Amerikas

Santos wird neuer Vorsitzender der IAPA

Cousin des kolumbianischen Verteidigungsministers soll neuer Vorsitzender der Interamerikanischen Presse Assoziation (IAPA) werden

Bogotá. Enrique Santos, Cousin des kolumbianischen Verteidigungsministers, soll neuer Vorsitzender der Interamerikanischen Presse Assoziation (IAPA) werden. Der Journalist leitet die große kolumbianische Tageszeitung El Tiempo, eines der vielen Medienunternehmen der Santos-Familie. Die Interamerikanischen Presse Assoziation (IAPA) ist mit etwa 1.300 Medienunternehmen die zentrale Interessensvertretung der privaten Medienunternehmen auf dem amerikanischen Kontinent. Enrique Santos ist der einzige Lateinamerikaner im Vorstand der IAPA.

Diese Personalentscheidung ist auch deshalb bemerkenswert, weil die politische Klasse Kolumbiens gegenwärtig von einer schweren Krise erschüttert wird. Der Oberste Gerichtshof des Landes ermittelt gegen über 60 Abgeordnete der Regierungsparteien, denen vorgeworfen wird, sie hätten die Paramilitärs des Landes bei schwersten Menschenrechtsverbrechen unterstützt. Erst letzte Woche waren ein Bruder des Innenministers Fabio Valencia und zwei hohe Polizeigeneräle verhaftet worden. Ihnen werden Verbindungen zu den Paramilitärs und dem Drogenhandel vorgeworfen. Im Zusammenhang mit dem Skandal sind bereits der Chef des kolumbianischen Geheimdienstes DAS und die Außenministerin zurückgetreten. Beabachter schließen nicht aus, dass der Skandal auch den Präsidenten Alvaro Uribe und seinen Verteidungsminister Juan Manuel Santos erreicht.

Nach Angaben der internationalen Journalistenorganisation FIP wurden in Kolumbien zwischen 1993 und 2006 mindestens 111 Journalisten ermordet. Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international gehen davon aus, dass mehr als drei Viertel der politischen Morde in Kolumbien von rechtradikalen Paramilitärs begangen werden. Immer wieder müssen Journalisten das Land wegen Todesdrohungen verlassen.


mit Material von:

VTV, El Tiempo de Bogotá, Rebelión

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