ALBA-Länder / Politik

ALBA-Staaten treffen sich in Venezuela

Mitgliedsstaaten und assoziierte Länder beraten vor Amerika-Gipfel gemeinsame Position zur Kuba-Blockade der USA. Chávez: "Fordern Respekt"

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ALBA-Staaten treffen sich in Venezuela
ALBA-Staaten treffen sich in Venezuela

Caracas/Cumaná. Zwei Tage vor Beginn des Amerika-Gipfels in Port of Spain, der Hauptstadt des Karibikstaats Trinidad und Tobago, kommen heute die Mitglieder der linksgerichteten Länderunion Bolivarische Alternative für Amerika (ALBA) in Cumaná, rund 420 Kilometer östlich der Hauptstadt Caracas, zusammen. An den Beratungen nehmen neben Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez die Staats- und Regierungschefs von Kuba, Raúl Castro, Nicaragua, Daniel Ortega, Honduras, Manuel Zelaya, Bolivien, Evo Morales, und Dominika, Roosevelt Skerrit, teil.

Erwartet werden zudem die Präsidenten von Ecuador und Paraguay, Rafael Correa und Fernando Lugo. Diese beiden Staaten sind keine Mitglieder in der ALBA, haben aber einen Beobachterstatus inne.

Bei dem Sondergipfel der ALBA soll vor allem eine gemeinsame Position zur Blockade der USA gegen Kuba abgestimmt werden. Obgleich das Thema bei dem Amerika-Gipfel von Freitag bis Sonntag nicht auf der offiziellen Tagesordnung steht, wird es die Zusammenkunft der 43 Staats- und Regierungschefs bestimmen. Kuba ist seit dem ersten Amerika-Gipfel 1994 von diesen Treffen ausgeschlossen, ebenso wie aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Spätestens seit das ALBA-Mitglied Kuba im Dezember vergangenen Jahres in die Rio-Gruppe aufgenommen wurde, wenden sich alle Staaten Lateinamerikas und der Karibik aber geschlossen gegen die Kuba-Blockade der USA.

Bereits am Dienstag empfing Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro eine Delegation aus Kuba in Venezuela. Die Diplomatengruppe aus Havanna wurde von Vizepräsident Ricardo Cabrisas und Außenminister Bruno Rodríguez geleitet.

Tags zuvor hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez eine Teilnahme Kubas am Amerika-Gipfel und eine Wiederaufnahme des Landes in die OAS gefordert. "Wir reisen zu nach Trinidad und Tobago zu einem Gipfel, auf dem es große Erwartungen gibt", sagte Chávez nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur: "Wir werden sehen, mit was der neue Präsident der Vereinigten Staaten aufwartet, ob er eine neue Vision und neue Lösungen anbietet. Wir fordern nichts, außer Respekt vor Venezuela, vor seiner Freiheit und seiner Souveränität."

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens in Cumaná ist die geplante Regionalwährung "Sucre". Dieses Zahlungsmittel soll mittelfristig die Unabhängigkeit Lateinamerikas und der Karibik vom US-Dollar als Leitwährung erhöhen. Unterstützt wird das Vorhaben von dem amtierenden Generalsekretär der UNO-Vollversammlung, Miguel D´Escoto Brockman. Der ehemalige Außenminister der sandinistischen Regierung Nicaraguas (1979-1990) kündigte in Cumaná zugleich eine UNO-Konferenz an, bei der im Juni Maßnahmen gegen die Weltwirtschaftskrise beraten werden sollen.


Bildquelle: Prensa Latina

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