Venezuela

Noam Chomsky in Caracas

US-amerikanischer Linguist spricht sich für venezolanisches Reformprojekt aus

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Noam Chomsky in Caracas
Chomsky und Chávez

Caracas. Der US-amerikanische Linguist und Buchautor Noam Chomsky hat sich in der venezolanischen Hauptstadt Caracas für den gesellschaftlichen Reformprozess ausgesprochen, den dieses südamerikanische Land unter Präsident Hugo Chávez erlebt. Es sei "beeindruckend", zu sehen "wie in Venezuela ein neues Modell entsteht", sagte der 80-jährige am Montag bei einer Konferenz im Theater "Teresa Carreño" im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt.

Zugleich übte Chomsky Kritik an der "imperialen Mentalität" der Regierungen der Vereinigten Staaten. Diese Politik schüre die Spannungen in und zwischen den Staaten Südamerikas, so der US-Wissenschaftler.

Als Beispiel führte er das jüngste Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien an. Die rechtsgerichtete Regierung von Staatschef Alvaro Uribe hatte der US-Armee unlängst die Nutzung von sieben Militärbasen zugestanden. Die Entscheidung war in ganz Südamerika, vor allem aber im Nachbarland Venezuela, auf harsche Kritik gestoßen.

Die Antwort auf diese Militarisierung könne aber nicht nur aus Venezuela kommen, sagte Chomsky vor tausenden Gästen: "Die Antwort muss von der gesamten lateinamerikanischen Gemeinschaft gegeben werden". Als Vorbild für die politische Einigung auf dem Kontinent führte Chomsky die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) an. Auf dem kommenden Gipfeltreffen der UNASUR müsse deswegen eine "unmissverständliche Stellungnahme gegen die Einrichtung der US-Militärbasen" in Kolumbien verabschiedet werden.

Bei einem Empfang im Präsidentenpalast Miraflores hob Staatschef Hugo Chávez am Montagabend das politische Wirken des 80-jährigen Chomsky hervor. Dieser habe einen bedeutenden Beitrag gegen die Hegemonialpolitik der USA geliefert, sagte Chávez: "Bei uns sind seine Thesen anerkannt".

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