Mehr Kooperation mit China und Weißrussland

Venezuela vertieft Zusammenarbeit mit anderen Schwellenländern. Neben Energiesparte vor allem Technologietransfer und Agrarsektor im Fokus

Caracas. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat die venezolanische Regierung mit Minsk und Peking weitere Kooperationsabkommen geschlossen. Damit treibt Caracas die Diversifizierung seiner Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern außerhalb der kapitalistischen Zentren USA und EU weiter voran.

Am vergangenen Dienstag ging das zweitätige Treffen der hochrangigen venezolanisch-chinesischen Regierungskommission zu Ende. Dabei wurden 29 Abkommen unterzeichnet, meldet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. In den vergangenen fünf Jahren war der Handel zwischen den Schwellenländern bereits von unter einer Milliarde US-Dollar auf zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr angewachsen.

Die neuen Vereinbarungen sehen vor allem einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit im Energiesektor vor. Im nächsten Jahr sollen die venezolanischen Öllieferungen an China von derzeit 350.000 Fass (159 Liter) auf über 600.000 Barrel anwachsen. In China sind drei gemeinschaftliche Raffinerien geplant, zudem wird ein gemeinsames Schifffahrtsunternehmen zum Transport des Erdöls gegründet. Der asiatische Riese wird an der Erkundung und Förderung von Erdöl im Einzugsgebiet des Flusses Orinoco beteiligt, Venezuela bekommt von Peking im Gegenzug Unterstützung bei der Ausbeutung von Wasserkraft zur Elektrizitätserzeugung.

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Andere Abkommen vereinbaren chinesische Hilfe beim Ausbau der Landwirtschaft in Venezuela, sowie Technologietransfer für Industrieprodukte. Unter anderem ist im Automobilsektor, bei der Luftfahrt, der Telekommunikation und bei Haushaltsgeräten ein Ausbau der Zusammenarbeit geplant. Zudem erklärt sich China zur weiteren Unterstützung bei Infrastrukturprojekten bereit.

Am Mittwoch trat dann die venezolanisch-weißrussische Regierungskommission zusammen. Auch die Osteuropäer haben großes Interesse, an der Ausbeutung der riesigen Erdölvorkommen am Orinoco beteiligt zu werden. Gemeinsam will man in den nächsten 25 Jahren acht Milliarden US-Dollar in die Erschließung des Gebietes investieren, so ein Ergebnis des Treffens.

Minsk unterstützt Caracas zudem umfangreicher beim Wohnungsbau. 5000 Eigenheime sollen mit weißrussischer Hilfe entstehen. Daneben weiten die Partner ihre Zusammenarbeit im Agrarsektor aus: eine weißrussische Traktorenfabrik soll im Rahmen von Technologietransfer in Venezuela errichtet werden. Kürzlich hatte Venezuela bereits 500 Nutzfahrzeuge aus weißrussischer Produktion erhalten. Ein früheres Abkommen sichert dem südamerikanischen Land die mittelfristige Lieferung von insgesamt 2000 Traktoren zu.

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