Venezuela / Zimbabwe

Venezuela liefert Hilfsgüter nach Zimbabwe

Innenminister El Aissami ruft andere Staaten zur humanitären Unterstützung auf: "Nur so kommt Zimbabwe voran"

Caracas. Venezuelas Regierung hat angekündigt, humanitäre Hilfslieferungen nach Zimbabwe zu liefern. Das südafrikanische Land wird seit einigen Wochen von einer schweren Cholera-Epidemie heimgesucht. Caracas wird in einem ersten Schritt gut 67 Tonnen Hilfsgüter zur Verfügung stellen, wie Innen- und Justizminister Tareck El Aissami am Freitagnachmittag (Ortszeit) bekannt gab. Die Lieferung beinhaltet 10,8 Tonnen Trinkwasser, 38 Tonnen Nahrungsmittel und 18,5 Tonnen Medikamente.

Die Cholera-Epidemie in Zimbabwe hat bislang nach offiziellen Angaben gut 1500 Todesopfer gefordert.

Die 67 Tonnen Hilfsgüter seien eine "bescheidene Hilfe in Anbetracht der grauenhaften Plage, die dieses afrikanische Land erleitet", sagte El Aissami nach Angaben der staatlichen kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina. Trotzdem sei auch diese Hilfe als Zeichen der Solidarität zu verstehen, die einem bedürftigen Land entgegengebracht werde. Venezuela rufe alle anderen Staaten, die zu einer solchen Hilfe in der Lage sind, auf, diesem Schritt zu folgen, "weil Menschen ihr Leben verlieren". Nur "Solidarität und Hilfe" würden Simbabwe helfen, voranzukommen.

Die linksgerichtete Staatsführung übte damit indirekt Kritik an westlichen Staaten. Besonders die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien und die scheidende US-Regierung unter George W. Bush wurden von der zimbabwischen Führung beschuldigt, die humanitäre Katastrophe für einen politischen Umsturz zu nutzen. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al Dschasira Ende der ersten Dezemberwoche. Kurz zuvor hatte Bush bekräftigt, es sei für den Präsidenten Zimbabwes, Robert Mugabe, "Zeit zu gehen". Nach einem Bericht der staatlichen US-Behörde USAID wurde die prowestliche Oppositionsbewegung MDC aus den USA mit Geldern massiv unterstützt.


Den Text der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina finden Sie hier.

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