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Chávez und Abreu ausgezeichnet

Venezolanischer Präsident und Musiker erhalten "Blue Planet Award"

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Chávez und Abreu ausgezeichnet
Setzen sich für eine bessere Gesellschaft ein: Chávez und Abreu

Berlin. Venezuelas Präsident Hugo Chávez sowie der venezolanische Musiker und Dirigent José Antonio Abreu wurden am Samstag in Berlin für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Die deutsche Stiftung Ethik und Ökonomie (Ethecon) verlieh beiden den Blue Planet Award.

Die 2006 zum ersten Mal verliehene Auszeichnung würdigt nach Angaben der Ethecon-Aktivisten "herausragenden Einsatz zum Erhalt und zur Rettung des Planeten".

Auch Abreu und Chávez wurden von dem Preisgremium wegen ihres sozialen Engagements ausgewählt. Ein Ergebnis dieses Einsatzes sei das "Sistema Nacional de las Orquestas Juveniles e Infantiles" (Nationales System der Jugend- und Kinderorchester), das von Abreu 1975 gegründet wurde, um Kinder und Jugendliche aus Armenvierteln zu klassischen Musikern auszubilden.

Hugo Chávez habe "als revolutionärer Präsident das Programm zur Chefsache erhoben", erklärte der Gründer der Ethecon-Stiftung, Axel Köhler-Schnura. So würden im Rahmen der "Misión Música" für die Musikausbildung jährlich 29 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Rochlitz, hob in seiner Laudatio dieses Engagement hervor. Chávez und Abreu hätten beide "erfolgreich gegen die in ihrem Land grassierende Armut gekämpft". Die Mittel seien unterschiedlich, beide Männer teilten aber die gleiche Vision einer besseren Gesellschaft.

Stellvertretend für den Präsidenten Venezuelas nahm die Botschafterin des südamerikanischen Landes, Blancanieve Portocarrero, die Auszeichnung entgegen. Sie lobte das Musiksystem, "weil es mit dem Elitismus in der Kultur gebrochen hat".

Kinder aus den Armenvierteln würde so eine Perspektive jenseits der Armut gegeben. Sie gingen mit den Instrumenten so selbstverständlich um, wie mit ihrem Spielzeug. So würden herausragende Musiker wie der Dirigent des Bolivarischen Jugendorchester, Gustavo Dudamel, geschaffen.

"All das ist möglich, weil es in Venezuela eine Regierung gibt, die dieses Projekt von Staatsseite aus unterstützt", so Portocarrero.

Neben den Preisen für Chávez und Abreu verlieh die Ethecon-Stiftung eine Negativauszeichnung an den US-amerikanischen Söldnerkonzern Blackwater.

Dieses Unternehmen, das sich nach einer Reihe von Skandalen in Irak und Afghanistan inzwischen in "XE" umbenannt hat, verdiene an den Kriegen der USA. Dies sei Teil eines Trends: Auf zehn reguläre Soldaten komme inzwischen ein privater Söldner.

Die Ethecon-Stiftung mit Sitz in Berlin und Düsseldorf wurde im Januar 2004 gegründet. Mit einem Kapital von gut einer halbe Million Euro setzt sie sich für die Förderung ethischer Werte ein.


Bildquelle: Ethecon.org

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