Venezuela

Venezuelas Sozialisten starten Parteitag

Feierliche Eröffnung des PSUV-Kongresses in Caracas. Präsident Chávez sprach zu Delegierten der Regierungspartei

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Venezuelas Sozialisten starten Parteitag
Kämpferische Revolutionäre: Der PSUV-Vorstand vor Abbildungen ihrer Vorbilder

Caracas. Der erste außerordentliche Kongress der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) hat am Samstag abend (Ortszeit) in Venezuelas Hauptstadt Caracas begonnen. Tagsüber stand die Metropole ganz im Zeichen des Parteitages: eine große Demonstration dominiert von bolivarianischen Studenten zog vom Altstadtviertel im Westen Richtung Staatstheater Teresa Carreño im Zentrum. Gegen Fünf Uhr am Nachmittag (Ortszeit) startete darin der PSUV-Kongress.

In seiner fast fünfstündigen Eröffnungsrede betonte Staats- und Parteichef Hugo Chávez die Bedeutung des Parteitages für die Zukunft des revolutionären Prozesses in Venezuela. Die parteiinterne Demokratie und intensive Debatten seien der Schlüssel zum Erfolg des Parteitages, so Chávez, der von den Delegierten und dutzenden internationalen Gästen frenetisch gefeiert wurde.

In den kommenden Wochen kommen die 772 Delegierten, bestimmt mittels Mitgliederbefragung vergangenen Sonntag, jeweils von Montag bis Mittwoch in Caracas zusammen, schreibt die venezolanische Tageszeitung Últimas Noticias unter Berufung auf die Parteiführung. Von Donnerstag bis Samstag sollen die Basisvertreter dann die Diskussionen in die Ortsgruppen tragen. Der erste PSUV-Kongress seit der Gründung im Frühjahr 2008 soll bis März 2010 dauern.

Die Debatten dürften nicht nur innerhalb des Kongresses unter den Delegierten geführt werden, so Parteipräsident Chávez: "sie müssen in die Bevölkerung hinein wirken, in die sozialen Bewegungen und andere demokratischen Institutionen", beispielsweise in die basisdemokratischen Kommunalräte (Consejos Comunales), die unter Chávez im ganzen Land aufgebaut wurden.

Auf dem Programm des Kongresses steht neben der Ausarbeitung eines Parteistatutes die Aufstellung von Prioritäten beim Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Venezuela sowie Beratungen über die Strategie für den Wahlkampf im kommenden Jahr. Im September 2010 stehen Parlamentswahlen an. Außerdem sollen die weltweite Lage und die internationalen Beziehungen analysiert werden. Des Weiteren berät die PSUV über Neuwahlen und eine mögliche Umstrukturierung des Parteivorstandes.

Die PSUV stellt die große Mehrheit von Parlamentsabgeordneten, Bürgermeistern und Gouverneuren in Venezuela. Sie ist zudem die größte politische Organisation in Lateinamerika mit - laut Angaben aus der Parteiführung - über sieben Millionen Mitgliedern. Chávez hatte nach der gewonnenen Präsidentenwahl 2006 zur Gründung der PSUV als Sammelpartei aller Linkskräfte in Venezuela aufgerufen.


Bildquelle: Y. Rodríguez, ABN

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