ALBA-Länder / Politik

ALBA beschließt eigene Währung

Ab 2010 soll der Sucre als Tauschwährung gelten. Morales übergibt das Tagebuch von Che Guevara an die Alba-Vertreter

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ALBA beschließt eigene Währung
Abschlussbild des Alba-Treffens in Cochabamba

Cochabamba. Die Präsidenten der Alba-Staaten unterzeichneten am Sonntag den Vertrag über eine neue Währung innerhalb ihres Wirtschaftsgebietes. Das Sistema Unitario de Compensación Regional de Pago (Sucre) soll ab dem Jahr 2010 den US-Dollar als Richtwert für den Handel zwischen den Ländern ersetzen. Damit wollen die ALBA-Staaten die Abhängigkeit von der nordamerikanischen Wirtschaft reduzieren. Die Präsidenten des alternativen Bündnisses waren am Wochenende zu dessen VII. Gipfel in Bolivien zusammengetroffen.

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez bezeichnete die Entscheidung als revolutionären Ansatz in der Geldpolitik und wichtigen Schritt zur Selbstständigkeit und Souveränität der Mitgliedsländer. Die neue Währung solle einen gerechten Handel ermöglichen und Lateinamerika von der Hegemonie des Kapitalismus lösen. "Der SUCRE ist ein wichtiger Schritt zu unserer währungspolitischen Souveränität, um uns von der Diktatur des Dollar zu befreien, den das Imperium der Welt aufgezwungen hat." erklärte Chávez.

Auf dem Treffen hatte der Gastgeber Evo Morales den Vertretern der neun Alba-Staaten eine Kopie des Tagebuchs von Che Guevara übergeben. Der argentinische Guerillero war am 9. Oktober 1967 im bolivianischen Ort La Higuera vom Militär ermordet worden. Morales verwies auf die Bedeutung des Guerilla-Führers für die Kämpfe des sozialen Bewegungen der Region und für die grundlegenden Transformationsprozesse, die gegenwärtig in Lateinamerika stattfinden. Das Tagebuch befand sich in einem Geheimarchiv im Keller der Zentralbank von Bolivien, in dem auch weitere Dokumente über den schmutzigen Krieg aus den 1970er und 1980er Jahren gelagert waren.

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