Venezuela / Soziales

Unabhängige Technologie und Bildung für alle

Ab diesem Schuljahr startet an venezolanischen Grundschulen der Unterricht in Freier Software

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Unabhängige Technologie und Bildung für alle
Schüler am Laptop mit Linux-Canaima

Caracas. An über 1.000 Schulen werden Schulanfänger in Venezuela ab diesem Jahr eine Computerausbildung erhalten. Das ehrgeizige Ausbildungsprojekt trägt den Namen "Canaima", benannt nach dem ersten selbst entwickelten Linux-System des Landes. Das freie Betriebssystem ist auf allen Laptops installiert, die an Bildungsträger in Venezuela ausgeliefert werden. Für 300.000 Schülern heißt es nun ab der ersten Klasse, sich mit Computern zu beschäftigen.

Minister für Bildung und Wissenschaft, Héctor Navarro, startete das Projekt am Wochenende mit einer Pressekonferenz in einer Schule in Caracas. Ziel der bolivarischen Regierung sei es, Kinder so früh wie möglich mit Computertechnik vertraut zu machen, die neuen Informationstechnologien seien außerdem ein hervorragendes didaktisches Werkzeug. Auf dem ersten Modell sind außer dem freien Betriebsystem Linux-Canaima 66 Programme für die Arbeit im Unterricht installiert, darunter auch ein virtuelles Klassenzimmer für den E-Learning-Unterricht.

In einer ersten Phase wurden jetzt 50.000 Laptops für die ersten Klassen zur Verfügung gestellt, insgesamt sollen im nächsten Jahr 350.000 Geräte für den Grundschulbetrieb bereit stehen. Eingeführt werden die Geräte in drei Etappen, so dass ab März 2010 alle 5.700 Grundschulen des Landes entsprechend ausgestattet sind. Jesse Chacón, Venezuelas Technologieminister, bezifferte die Anschaffungskosten für das Canaima-Bildungsprogramm auf 80 Millionen US Dollar, ein Preis der sich nur mit nicht-proprietärer Software realisieren ließe. Die Hardware wird bisher aus Portugal importiert, aber die nächsten Geräte sollen in Venezuela hergestellt werden.

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