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13.04.2010 Honduras

Erneut Angriff auf Presse in Honduras

Journalist flieht vor Attacken außer Landes. Situation für Presse weiter verschlechtert
Erneut Angriff auf Presse in Honduras

Journalist Joseph Hernández wurde am 1. März erschossen

Tegucigalpa. Auf den Medienberichterstatter José Alemán ist auf offener Straße ein Mordanschlag verübt worden. Alemán, der für Radio América und die Zeitung Tiempo tätig war, verließ daraufhin das Land, da er keine andere Möglichkeit sah, sein Leben zu retten.

Wie bereits am 30. März durch die Presseagentur Télam bekannt wurde, war er zuvor mehrfach von Unbekannten angegriffen worden, hatte jedoch keinerlei Unterstützung von der Polizei erhalten.

Am Sonntag, den 28. März, drangen zwei bewaffnete Männer in sein Haus ein und gaben dort mehrere Schüsse ab. Da sie ihn dort nicht antrafen, versuchten die Täter, ihn in den Straßen von der Stadt San Marcos aufzuspüren, erklärte Alemán gegenüber Prensa Latina. Er selbst hatte derweil die Nationalpolizei um Schutz gebeten, doch die Beamten hätten erklärt, man könne seine persönliche Sicherheit nicht gewährleisten.

Da er unter diesen Umständen keine andere Möglichkeit sah, beschloss Alemán das Land zu verlassen, jedoch nicht ohne die unzureichende Sicherheitslage für JournalistInnen öffentlich anzuprangern. Die Pressevereinigung forderte er auf, alle Übergriffe anzuzeigen. Alemán hatte zuvor über den Zusammenstoß zwischen der Polizei und angeblichen Gewalttätern berichtet, bei dem ein Verdächtiger zu Tode gekommen war.

Der Anschlag auf José Alemán war nicht der einzige Angriff auf einen Journalisten im vergangenen Monat März. Presseberichten zufolge hat sich Honduras nach dem Staatsstreich am 28. Juni zu einem der gefährlichsten lateinamerikanischen Länder für Journalisten entwickelt. Allein letzten Monat wurden fünf Journalisten in Honduras ermordet.

Joseph Hernández wurde am 1. März erschossen, Carol Cabrera überlebte verletzt, David Enrique Meza wurde am 10. März, Nahum Palacios Artega am 15. März ermordet. Am 27. März erfolgten zwei weitere tödliche Angriffe auf die Journalisten José Bayardo Mairena und Manuel de Jesús Juárez.


Bild: Radio Progreso

Hintergrund zu den Ereignissen in Granma Internacional (Spanisch)

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