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20.06.2010 Kuba / Venezuela

Gemeinsam gegen die Ölpest

Kuba und Venezuela intensivieren Kooperation im Kampf gegen das Erdöl im Golf von Mexiko

Havanna/Caracas. Angesichts des fortgesetzten Austritts von Erdöl im Golf von Mexiko wächst auch für das südlich des Unglücksortes gelegene Kuba die Gefahr einer Ölpest. Seit der Explosion einer Ölplattform des britischen Konzerns BP am 22. April fließen täglich nach wie vor mehr als 800.000 Liter des Rohöls aus der Bohrstelle. Das Öl ist inzwischen bedrohlich nahe an die Nordküste der karibischen Insel herangekommen. Erste Ölteppiche wurden nur 160 Kilometer entfernt in nordwestlicher Richtung ausgemacht. Nun haben die kubanischen Behörden zu verstärkter Wachsamkeit und präventiven Maßnahmen aufgerufen.

Da das Ausmaß der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in der Geschichte einmalig ist und Kuba nur über  wenig Erfahrung in der Bekämpfung von derartigen Umweltkatastrophen verfügt , wird sich die Regierung in Havanna angesichts der potentiellen Gefährdung verstärkt mit venezolanischen Experten beraten und dabei  von der langen Tradition des südamerikanischen Landes in der Erdölförderung profitieren.

Ein Expertenteam aus Venezuela wird dabei vor allem logistische Unterstützung leisten, sowie die Behörden und Regierungsstellen über Handlungsoptionen beraten, um einer möglichen Verseuchung der kubanischen Strände und Küstenregionen vorzubeugen.

Es sei von jeher die Politik der sozialistischen Regierung gewesen, sich präventiv auf alle Eventualitäten und Katastrophenfälle vorzubereiten und dabei selbstverständlich auch von den Erfahrungen anderer Länder zu profitieren, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister des Landes, Ramón Espinosa, am Rande der vergangenen Freitag zu Ende gegangenen VIII. Internationalen Konferenz über Katastrophenschutz in Havanna.

Kuba, dessen Krisenmanagement im internationalen Maßstab als exemplarisch gilt, hat zuletzt nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti seine Hilfsbereitschaft demonstriert und tausende  krisenerprobte Ärztinnen und Ärzte in den benachbarten Inselstaat entsandt.

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21.01.2010 Nachricht von Kerstin Sack