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Solidaritätsarbeit in Bolivien und Venezuela in Zeiten der offenen Widersprüche

Debatte über die Perspektiven der Solidaritätsarbeit

Veranstaltung im Vorfeld der Konferenz "Internationalismus im 21. Jahrhundert"

Nach den Wahlerfolgen von Hugo Chavez in Venezuela und Evo Morales in Bolivien war klar, dass der lateinamerikanische Kontinent von einem tief gehenden politischen Umbruch erfasst worden ist. Breite Bündnisse aus sozialen Bewegungen und politischen Parteien setzten mit der Wahl von linken Präsidentschaftskandidaten ein Zeichen gegen neoliberale Wirtschaftsstrukturen und gegen die alten Eliten ihrer jeweiligen Länder. Vor allem die armen, marginalisierten Bevölkerungsschichten Lateinamerikas profitierten in vielfacher Hinsicht von großangelegten Sozial- und Infrastrukturprogrammen und der Vergesellschaftung von Bodenschätzen und Produktionsmitteln.

Zusammen mit unseren zwei Gästen, Pacha Catalina Guzman (Venezuela) und Ramiro Saravia (Bolivien), werden wir den aktuellen Stand, die Herausforderungen und Perspektiven der internationalistischen Zusammenarbeit mit den politischen Umbruchprozessen in Bolivien und Venezuela diskutieren. Zunächst werden uns Pacha und Ramiro die aus ihrer Sicht wichtigsten Elemente der "Revolución Bolivariana" (Bolivarische Revolution) in Venezuela und des "Proceso de Cambios" in Bolivien vorstellen sowie kurz von der Arbeit ihrer jeweiligen Organisationen berichten. Im Hauptteil der Veranstaltung soll es um die Erfahrungen unserer beiden Gäste mit internationalistischer Solidaritätsarbeit gehen.

Im Jahr 2015 ist die Beurteilung des Erfolgs der Umbruchprozesse in Bolivien und Venezuela schwierig und komplex. Vor allem Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die die Grundfeste des "Bolivariischen Projekts" bedroht. Die Analyse der Widersprüche und Schwierigkeiten Boliviens und Venezuelas, die sich in vielen Fällen auch in verstärkten Konflikten zwischen Bewegungen (also der organisierten Zivilgesellschaft) und dem Staat (linken Regierungen) ausdrücken, stellt eine der zentralen Herausforderungen für internationalistische Solidaritätsarbeit dar.

Gemeinsam mit ihnen möchten wir diskutieren, welche Art der internationalistischen Zusammenarbeit mit Venezuela und Bolivien in Zeiten der offenen Widersprüche sinnvoll und notwendig ist. Aus welchen Fehlern können wir lernen und auf welche bestehenden positiven Beispiele der internationalistischen Kooperation können wir uns beziehen, bzw. wie können wir diese ausbauen?

Moderiert wird die Veranstaltung von Felix Wiesner und Boris Bojilov, die als Teil des Interbrigadas e. V. mehrere Jahre in Venezuela und Bolivien gearbeitet haben.

Pacha Catalina Guzman ist eine langjährige Aktivistin aus Venezuela. Sie ist Mitglied der größten Landarbeiter_innenbewegung des Landes (Frente Nacional Campesino Ezequiel Zamora "FNCEZ") und Stadtteilaktivisten in der Jugend-Kultur-Gruppe „Los Antimantuanos“ in Caracas/Catia. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der FNCEZ betreut sie eine Vielzahl von Kooperativen und kommunalen Landzusammenschlüssen (sogennnte Comunas) in den venezolanischen Bundesstaaten Apure und Barinas. Sie ist dort außerdem verantwortlich für Pressearbeit und internationale Beziehungen und kümmert sich u.a. um die Zusammenarbeit mit anderen lateinamerikanischen Bewegungen wie z.B. dem MST (Brasilien) , der Frente Dario Santillan (Argentinien) und weiteren.

Ramiro Saravia ist ein langjähriger Aktivist aus Cochabamba, Bolivien. Er ist der Mitbegründer des internationalen Freiwilligennetzwerks Red Tinku. Das Red Tinku besteht in ihrem Kern aus einem politischen Kulturzentrum in Cochabamba, in dem Freiwillige aus aller Welt unterkommen und in verschiedenen Projekten mitarbeiten. Die Aktivitäten erstrecken sich von Kulturveranstaltungen, über politische Diskussionsrunden und Foren bis hin zu ökologischem Wohnungsbau und vielem mehr. Die Arbeit wird von den anliegenden urbanen und ländlichen Gemeinden unterstützt.

Termindaten
Datum: 
19.10.2015, 19:00
Stadt: 
Berlin
Veranstaltungsart: 
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Veranstaltungsort: 
K9, Kinzigstraße 9, Berlin-Friedrichshain
Veranstalter: 
Bündnis Internacionalismo21
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