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27.01.2016 Brasilien / Deutschland / Umwelt

Gewinne werden privatisiert - sozioökologische Implikationen sozialisiert

Köln: Ein tragisches Beispiel aus Brasilien. Mit Igor Birindiba Batista (KoBra e.V.)

Die Ausmaße und langfristigen Folgen des Staudammbruches vom November 2015 im brasilianischen Bento Rodrigues bei Mariana, Bundesstaat Minas Gerais, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer wahren Dimension und Komplexität abgeschätzt und erfasst werden. Drei Monate nach dem verhängnisvollen Umweltverbrechen steht jedoch eins fest: Es handelt sich zweifelsohne um die größte Umweltkatastrophe in der Bergbaugeschichte Brasiliens. Dies musste selbst die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei der Klimakonferenz in Paris zugeben. Dabei verwies sie auf das "unverantwortliche Verhalten einiger Unternehmen", womit sie sich und ihre Regierung in indirekter Form von jeglicher Schuld freisprach.

Der Kampf gegen Schadenersatzforderungen ist bereits in vollem Gange. Aber was ist nun mit der Umwelt? Lassen sich bereits Verantwortliche identifizieren? Wie viel ist die Natur wert, die man zerstört? Wie giftig ist der Schlamm wirklich? Besteht Gesundheitsgefahr für Anwohner*innen? Wie schwer ist das Ökosystem getroffen? Über all das lassen Brasiliens Behörden die Anwohner im Unklaren. Am Beispiel Mariana wird deutlich, wie das brasilianische „Entwicklungsmodell" in verschiedenen Aspekten vom Kapital kontrolliert wird und die Bergbauunternehmen die Dynamiken der Städte in verhängnisvoller Weise diktieren.

Bei der Veranstaltung wird von der aktuellen Situation in den Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo berichtet sowie wirtschaftliche, soziale, politische und ökologische Gründe und Auswirkungen der Umweltkatastrophe betrachtet. Außerdem wird die unrühmliche Rolle der beteiligten Akteure thematisiert sowie Anknüpfungspunkte mit Europa/Deutschland hergestellt.

Der Referent Igor Birindiba Batista aus Sete Lagoas/Minas Gerais studierte Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Geschichte an der Ruhr Universität Bochum. Nebenberuflich fungiert er als studentischer Mitarbeiter in der politischen Bildung und ist Vorstandsmitglied im Netzwerk von Solidaritätsgruppen für Brasilien in Deutschland, Kooperation Brasilien e.V. (KoBra).

Termindaten
Datum: 
27.01.2016, 19:30
Stadt: 
Köln
Veranstaltungsart: 
Vortrag und Diskussion
Veranstaltungsort: 
Allerweltshaus e.V., Großer Saal, Körnerstraße 77, 50823 Köln
Veranstalter: 
Projekt Menschenrechte Brasilien
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25.11.2015 Nachricht von Mario Schenk