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Sozialer Umschwung im Olympialand? Brasilien in Bewegung

Bonn: Veranstaltung mit Caróu Oliveira vom Movimento Passe Livre, São Paulo
Sozialer Umschwung im Olympialand? Brasilien in Bewegung

Recht auf Stadt und soziale Teilhabe im Olympialand Brasilien

Quelle: MediaNinja

Mobilität ist Teil der Bürger als ihr Recht auf Stadt, Bildung und Zugang zu öffentlichen Leistungen. Dies wird aber durch finanzielle Gründe erschwert. Großevents, wie die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016, verschlimmern die Situation auf drastische Weise. Der Fahrpreis bedingt bei jeder Erhöhung einen gesellschaftlichen Ausschluss.

Im Juni 2013 machten in Brasilien landesweite Proteste mit zeitweilig über eine Million TeilnehmerInnen weltweit auf sich aufmerksam. Es ging um eine landesweite Fahrpreiserhöhung von Bussen und Bahnen bis zu 20 Prozent. In Brasilien können 35 Prozent der Stadtbevölkerung die Bustickets nicht regelmäßig bezahlen, da die Kosten zu hoch sind.

Die Bewegung Movimento Passe Livre (MPL) existiert seit 2005 als "autonome, soziale, horizontale, parteilose und unabhängige Bewegung", die sich "für einen wirklich öffentlichen Nahverkehr" einsetzt, der "kostenlos für die gesamte Bevölkerung und frei von Privatinitiative" ist.  Die MPL steht für eine Reform der Stadtverwaltung, damit der Bustarif an das Einkommen der Menschen angepasst wird. Allerdings geht es um mehr als nur um den Bustarif. Die MPL engagiert sich auch für den Abbau der allgemeinen sozialen Unterdrückung, wie beispielsweise der Korruption und der ungleichen Verteilung der öffentlichen Haushaltsgelder. Ebenso ist sie in Wohnungsbesetzungen oder Widerstand gegen Räumungen aktiv.

In der Veranstaltung soll darauf eingegangen werden, wie es einer kleinen Bewegung wie die Movimento Passe Livre gelang, einen Prozess neuer Politisierung, vor allem der Jugend und Menschen abseits von Parteizugehörigkeit zu initiieren. Es wird über aktuelle Entwicklungen berichtet und über wirtschaftliche, soziale und politische Zusammenhänge in Brasilien kontrovers diskutiert.

Lässt sich zu Recht von einer neuen sozialen Bewegung sprechen? Schließlich formierte sich eine Protestbewegung, die keiner der politischen Kommentatoren oder Analysten des Landes vorausgesehen oder erahnt hatte.

Caróu Oliveira hat Geschichte an der Universität von Sao Paulo studiert und engagiert sich seit 13 Jahren in sozialen Bewegungen, für öffentliche Bildung, Waffenabbau, Frauenrechte, Rechte der Obdachlosen und städtische Mobilität.

Gefördert durch: Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst und Misereor.

Termindaten
Datum: 
06.04.2016, 19:30 - 22:00
Stadt: 
Bonn
Veranstaltungsart: 
Vortrag und Diskussion
Veranstaltungsort: 
Musikschule, Kurfürstenallee 8, 53177 Bonn
Veranstalter: 
Eine Kooperationsveranstaltung von Menschenrechte Brasilien (Allerweltshaus e.V.) und Rosa Luxemburg Stiftung NRW
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