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Ein Jahr nach dem Friedensvertrag – Ist der Frieden in Kolumbien spürbar?

Warburg: Seminar mit kolumbianischen Menschenrechtsverteidiger*innen. Für alle, die sich in Deutschland für Kolumbien, Frieden und Menschenrechte engagieren

Es war ein Tag für die Geschichtsbücher: Am 1. Dezember 2016 trat der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC in Kraft. Die älteste und größte Guerilla-Bewegung Lateinamerikas begann nach über 50 Jahren, ihre Waffen niederzulegen. D-Day für Kolumbien.

Zehn Monate später hatten die Rebell*innen ihre Waffen abgegeben. Seit September 2017 gehören die FARC als bewaffnete Gruppe endgültig der Vergangenheit an. Doch hat sich Kolumbien seit dem Friedensvertrag tatsächlich verändert? Wir schauen bei unserem Wochenendseminar auf ein Jahr Friedensprozess in Kolumbien zurück: Welche Fortschritte können wir beobachten, wo zeigen sich negative Entwicklungen – und was bedeuten die
2018 anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen für den Friedensprozess?

Menschenrechtsverteidiger*innen aus Kolumbien werden aus erster Hand berichten, insbesondere zu den Themen: Landreform, Schutz für die Zivilgesellschaft, Wahrheitskommission und Sonderjustiz für den Frieden. Wir werden auch hören, wie sich die Friedensgespräche mit der kleineren Guerilla-Gruppe ELN entwickeln. Und wir wollen herausarbeiten, welche Bezüge es zu Deutschland gibt und was wir von hier aus tun können, um Kolumbien auf seinem Weg zu Frieden zu unterstützen.

Als Referent*innen sind aus Kolumbien dabei:

Claudia Erazo: Die Direktorin der Menschenrechtsorganisation Corporación Jurídica Yira Castro begleitet als Anwältin vertriebene kleinbäuerliche Gemeinden dabei, ihr gestohlenes Land zurückzuerhalten und setzt sich zudem für Angehörige von Opfern von außergerichtlichen Hinrichtungen ein.

Yamile Salinas ist Juristin und wissenschaftliche Beraterin von Indepaz. Sie arbeitet seit vielen Jahren zur kolumbianischen Land(wirtschafts)politik und derzeit zur Umsetzung der im Friedensvertrag vereinbarten Landreform sowie zu staatlichen Entwicklungsplänen für ländliche Regionen. Yamile Salinas arbeitete u.a. auch für das Nationale Zentrum für "Memoria Histórica".

Ana María Rodríguez von der renommierten Kolumbianischen Jurist*innenkommission (CCJ) ist Kennerin der menschenrechtlich relevanten Gesetzgebung in Kolumbien sowie deren Umsetzung, aktuell z.B. der Schaffung der Sonderjustiz für den Frieden. Sie ist seit Jahren für die Interventionen der CCJ beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf zuständig.

Diana Sánchez ist Direktorin der Organisation MINGA, die in ländlichen Regionen Kolumbiens Gemeinden bei der Selbstorganisation und der Einforderung ihrer Menschenrechte unterstützt. MINGA gehört zum Trägerkreis von "Somos Defensores" einem nicht-staatlichen Zentrum, dass die Gefährdung von Menschenrechtsverteidiger*innen dokumentiert.

Fabio Velásquez ist Direktor von Foro Nacional por Colombia. Die Friedens- und Menschenrechtsorganisation engagiert sich für ein gewaltfreies Zusammenleben in der kolumbianischen Gesellschaft, soziale Inklusion und dafür, Partizipationsräume für die Zivilgesellschaft in politischen Entscheidungsprozessen zu öffnen und zu erweitern.

Es gibt Simultanübersetzung auf Deutsch.

Teilnahmebeitrag: 70,00 Euro für Vollzahler*innen und 40,00 Euro für Geringverdienende (inklusive Unterkunft und Verpflegung von Freitagabend bis Sonntagmittag).

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich (siehe Link weiter unten).

Termindaten
Datum: 
08.12.2017, 17:00 - 10.12.2017, 14:00
Stadt: 
Warburg bei Kassel
Veranstaltungsart: 
Seminar
Veranstaltungsort: 
Zukunftswerkstatt Ökumene, Quellenstraße 8, 34414 Warburg.
Veranstalter: 
kolko – Menschenrechte für Kolumbien, pax christi – Deutsche Sektion, Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen in Kooperation mit Amnesty International Deutschland
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