Landwirtschaft der Gifte. Ihre Kosten für den Menschen

Köln: Fotografien des argentinischen Fotografen Pablo E. Piavano und Rahmenprogramm

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Die Menschheit nimmt unfreiwillig an einem der größten Experimente weltweit teil. Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt. Es ist allgegenwärtig in der Nahrungskette. Vor allem durch den
Import gentechnisch veränderter Futtermittel mit Glyphosatresistenz u.a. aus Argentinien und anderen Ländern Südamerikas, gelangt es in den menschlichen Organismus.

Die Ausstellung Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen des argentinischen Fotografen Pablo E. Piovano dokumentiert die Folgen des Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und zeigt die katastrophalen Auswirkungen auf Menschen und Natur auf.

Über eine Million Menschen unterschrieben 2017 in der EU eine Petition gegen die EU-Neuzulassung einer Chemikalie, die mit Krebs, Geburtsdefekten und Fortpflanzungsschäden im Zusammenhang steht. Es geht um den Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Menschheit. Ende 2017 stimmte die EU-Kommission dennoch für die weitere Nutzung des Pestizids – zumindest für fünf Jahre. Neun Staaten votierten dagegen. Deutschlands damaliger Agrarminister Schmidt (CDU) entschied sich — entgegen des politischen Konsenzes mit dem Umweltministerium — im Alleingang für die Weiternutzung.
Durch die Fusion des Agrarriesen Monsanto mit dem Chemiekonzern Bayer im März 2018 ging mit dem glyphosathaltigen Roundup, das weltweit meistverkaufte Ackergift, in das Portfolio des Leverkusener
Unternehmens über. In Argentinien genehmigte 1996 die Regierung den Anbau transgener Sojabohnen und den Einsatz von auf Glyphosat basierenden Herbiziden, auf genetisch modifizierten Nutzpflanzen. Nach fast zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landbevölkerung direkt oder indirekt von dem Einsatz von Glyphosat-Spritzmitteln betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden.

In Deutschland wird inzwischen auf Länderebene verstärkt über den Ausstieg des Unkrautvernichtungsmittels diskutiert. Immer mehr Kommunen testen eine pestizidfreie Nutzung von Grünflächen, Sportplätzen und öffentlichen Plätzen.

Pablo Ernesto Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires, Argentinien und arbeitet als Fotograf für die Zeitung Página/12. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. beim Festival
Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Awards, den internationalen Fotojournalismus-Preises von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen
Fotojournalismus in Hannover.

Zeitgleich zeigen wir die künstlerisch-dokumentarische Ausstellung AGROindustrie schwarz/weiß des in Köln lebenden mexikanischen Maler Jaime Rodriguez von dem lateinamerikanischen-deutschen Künstler*innen kollektiv tonalli

Themen- & Filmabende rund um das Thema :

Mittwoch, 01.Mai 2019 Vernissage von 11 – 14 Uhr

Donnerstag, 09.Mai 2019, 18.30 Uhr Podiumsdiskussion zum Thema Pestizide https://www.facebook.com/events/1954717237965866/

Freitag, 10. Mai 2019, 18.30 Uhr Filmvorführung & Diskussion – Das Wunder von Mals
https://www.facebook.com/events/353230222203652/

Donnerstag, 16.Mai, 18.30 Uhr — Infoabend: Die Welt auf dem Teller? Globale Herausforderungen der Landwirtschaft

https://web.facebook.com/events/682205062236373/

In Zusammenarbeit mit der Horbach Stiftung & dem Willy-Brandt-Haus
Im Rahmen des Projekts von treemedia e.V.
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Umwelt & Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Engagement Global mit Mitteln des BMZ

Termindaten
Datum: 01.05.2019, 11:00 - 20.05.2019, 18:00
Stadt: Köln
Veranstaltungsart: Fotoausstellung
Veranstaltungsort: Kunsträume Michael Horbach Stiftung, Wormser Str 23, 50677 Köln - Südstadt
Veranstalter: treemedia e.V. (https://www.treemedia.org/maiz) in Kooperation mit kollektiv tonalli, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus, Freunschaftsverein Amigos do MST, Misereor