Transitional Justice in Kolumbien

Gießen: Das Gesetz zur Sonderjustiz für den Frieden - die Rechte der Opfer und die Rolle der Täter*innen

Eine der Grundlagen von Transitional Justice ist es, den Fokus auf die Opfer eines bewaffneten Konfliktes zu legen. Im kolumbianischen Fall ist die Einsetzung der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (Jurisdicción Especial para la Paz, JEP) ein Schwerpunkt des 2016 unterzeichneten Friedensabkommens zwischen der Regierung und der Guerilla-Organisation FARC-EP. Die Übergangsjustiz basiert nicht nur auf der Möglichkeit, einen Weg zur Versöhnung und Transformation einer Gesellschaft zu finden, sondern auch den Opfern das Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Widergutmachung und Nichtwiederholung zu garantieren.

Die Podiumsdiskussion befasst sich mit dem Thema, inwiefern das im Friedesvertrag vereinbarte “Integrale System der Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Nichtwiederholung” — welches ein Novum im kolumbianischen Kontext darstellt — ein Vorbild für die Einbeziehung, die Anerkennung und die Beteiligung von Opfern bewaffneter Konflikte ist. Es wird der Frage nachgegangen, welche Spannungen und Schwierigkeiten bestehen, um diesen Teil des Friedenvertrages umzusetzen. Anhand des Integralen Systems, speziell am Beispiel der JEP, wird die Rolle der Opfer und der Täter*innen diskutiert.

An der Diskussion nehmen drei Expert*innen aus Kolumbien teil:

  • Juliette Vargas (Universität Göttingen, deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut CAPAZ). Vortrag: Die Partizipationsrechte der Opfer der Übergangsjustiz – Am Beispiel der JEP in Kolumbien.
  • Dr. Francisco Cortés Rodas (Institut für Philosophie, Universität Antioquia). Vortrag: Die Bedeutung der Strafe, der Strafmilderung und der Straffreiheit der Übergangsjustiz in Kolumbien
  • Catalina Ibañez Gutierrez (Universität Konstanz). Vortrag: Die gesetzliche Grundlage und die Arbeitsweise der JEP in der kolumbianischen Gesetzgebung.

Moderation: Dr. Rosario Figari Layús

(Die Diskussionsrunde wird auf Spanisch geführt)

Kurzbiografie der Gäste:

Juliette Vargas hat Jura an der Universidad Nacional de Colombia studiert und ihren Magister Legum in Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin absolviert. Sie ist Doktorandin an der Georg-August-Universität Göttingen und wissenschaftliche Mitarbeiterin am deutsch-kolumbianischen Friedensinstitut CAPAZ sowie bei der Forschungsstelle für lateinamerikanisches Straf- und Strafprozessrecht CEDPAL (Centro de Estudios de Derecho Penal y Procesal Penal Latinoamericano) an der Universität Göttingen.

Francisco Cortés Rodas ist Doktor der Philosophie an der Universität Konstanz. Er ist als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung der Freien Universität Berlin und der Justus-Liebig-Universität Gießen. Außerdem ist er Professor am Institut für Philosophie an der Universität Antioquia in Kolumbien und Kolumnist für die Zeitung El Colombiano.

Catalina Ibañez Gutierrez hat Jura an der Universität Santo Tomás studiert, ihren Magister Legum in Rechtswissenschaft an der Universität Konstanz absolviert und ist dort nun Doktorandin an der Rechtsfakultät. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Ibler und als Dozentin tätig.

Termindaten
Datum: 15.05.2019, 14:00 - 17:00
Stadt: Gießen
Veranstaltungsart: Podiumsdiskussion
Veranstaltungsort: Raum 002, Fachbereich Rechtswissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen, Licher Straße 68, 35394 Gießen
Veranstalter: Justus-Liebig-Universität Gießen und deutsch-kolumbianische Friedensinstitut CAPAZ
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