Brasilien unter Bolsonaro. Schlanker Staat mit harter Hand

Über die Angriffe auf Linke und Umweltaktivist*innen und internationale Solidarität

Seit Januar hat Brasilien eine ultrarechte Regierung. Jair Bolsonaro gewann die Präsidentschaft mit einem nicht existenten Wahlprogramm. Im Wahlkampf präsentierte sich Bolsonaro als Alternative zum politischen Establishment und wusste ein breites Spektrum der politischen Rechten hinter sich zu vereinen. Seinen Wahlerfolg verdankt er aber auch der Schwäche der Linken. Nun sitzen rechte Hardliner auf strategischen Positionen im Regierungsapparat und demontieren die sozialen und demokratischen Errungenschaften von 16 Jahren sozialdemokratischer Politik der Arbeiterpartei PT. Dabei orientieren sich die Rechten wirtschaftlich und ordnungspolitisch am Vorbild Chiles unter Ex-Diktator Pinochet.

Der Referent Mario Schenk skizziert, wie Bolsonaro & Co den Staat auf einen Sicherheitsstaat zurückbauen und wie sich Widerstand dagegen formiert. Mit Fokus auf emanzipatorischen und antifaschistischen Kämpfen und dem Widerstand sozialer und Umweltbewegungen beschreibt er die gegenwärtige politische und soziale Situation in Brasilien. Anhand der Auseinandersetzungen um die Brände im Amazonas, der rassistischen Gewalt an den Peripherien der Großstädte oder den Morden an Linken verdeutlicht Schenk auch, dass die Gefahr für Aktivist*innen keineswegs nur vom Staat ausgeht. Denn ein beachtlicher Teil der Bevölkerung steht hinter Bolsonaro und trägt zum Terror gegen Linke selbst bei. Wie sollte internationale Solidarität angesichts des zunehmenden Drucks auf die politische Linke in Brasilien aussehen?

Termindaten
Datum: 09.11.2019, 15:00 - 16:30
Stadt: München
Veranstaltungsart: Präsentation und Debatte
Veranstaltungsort: DGB Haus Schwanthalerstraße 64 80336 München
Veranstalter: Antifaschistischer Kongress 2019 Bayern München
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