Politische Umbrüche in Lateinamerika - Herausforderungen an die Regierungen in Chile, Honduras und Mexiko

Präsenzveranstaltung mit digitaler Zuschaltung einzelner Referentinnen aus Lateinamerika

Autoritäre oder populistische Regierungen polarisieren die Gesellschaft in Lateinamerika. Die organisierte Kriminalität kann sich wieder stärker ausbreiten. Zivilgesellschaftliche Organisationen stellen sich diesen Entwicklungen entgegen. Chile ist hierfür ein ermutigendes Beispiel. Das jahrzehntlange Engagement der Zivilgesellschaft führte zu einem Kurswechsel in Honduras. Auch in Kolumbien und Brasilien formiert sich im Vorfeld der Wahlen in 2022 der zivile Widerstand.

Gibt es eine Chance, dass autoritäre und populistische Regierung abgewählt werden? Können die Menschen in Lateinamerika auf mehr Demokratie hoffen?

Die Wahlsiege der linksgerichteten Präsident_innen Boric und Castro bedeuten Wendepunkte für Chile und Honduras: Bei Amtsantritt versprach Boric den Chilen:innen eine feministische Regierung. Frauenrechte sollen gestärkt und die patriarchale Weltsicht überwunden werden. Zudem sind die Grundrechte auf Bildung und Gesundheit sowie die Installation eines Rentensystems zentrale Anliegen der neuen Regierung.

Honduras muss sich angesichts struktureller Gewalt und der ökonomisch prekären Lage auf die Stabilisierung des Landes und die Bekämpfung von Gewalt und Korruption konzentrieren. Doch Castro trat auch mit dem Anspruch an, Bildung und Gesundheit zu fördern.

Beide Präsident_innen können mit der Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen und sozialer Bewegungen rechnen. Doch werden die schwierigen Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten ihnen genügend politischen Handlungsspielraum lassen? Welchen ökonomischen Zwängen sind sie unterworfen und werden Deutschland und Europa sie beim Neustart unterstützen?

Mexikos Präsident López Obrador trat sein Amt 2018 mit dem Versprechen an, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen und die strukturelle Gewalt zu bekämpfen. Wie konnte die Regierung diese Anliegen bislang umsetzen? Wie ist sie mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren umgegangen?

Diese Tagung blickt auf die Entwicklungen der drei Länder und sucht Lehren für ein gutes Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Regierung. Den Fragen werden wir mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Hospitalhof in Stuttgart nachgehen. Wir freuen uns auf die Gespräche mit Ihnen.

Präsenzveranstaltung mit digitaler Zuschaltung einzelner Referent_innen aus Lateinamerika

Anmeldeschluss: 23.05.2022

Anmeldung unter https://www.ev-akademie-boll.de/nc/programm/anmeldung/431622.html

Termindaten
Datum: 30.05.2022, 11:00 - 19:00
Stadt: Stuttgart
Veranstaltungsart: Tagung
Veranstaltungsort: Hospitalhof, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart
Veranstalter: Evangelische Akademie Bad Boll
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