Brasilien / Umwelt

Brasilien: Soja-Land oder indigenes Land?

Vortrag und Diskussion mit Sandra Konig von der Indigenen Organisation Outro Olhar - Der andere Blick

Soja ist der Treibstoff der weltweiten Agrarindustrie. Hier in Deutschland ist es relativ teuer eiweißreiche Futtermitte zu erzeugen. Gleichzeitig ist der Bedarf für die intensive Tierhaltung ist enorm. Daher wird viel importiert – und den größten Anteil daran hat Soja aus Brasilien. Doch zu welchem Preis?

In weiten Teilen Brasiliens ist Soja mit staatlicher Unterstützung zur wichtigsten Kulturpflanze geworden. Es ist politisch gewünscht, die landwirtschaftlichen Grenzen auszudehnen und mehr zu exportieren. Doch im Süden sind die Anbauflächen schon nahezu erschöpft. Dadurch steigt der Druck auf den Cerrado, eine artenreiche Savanne, das Amazonasgebiet und indigene Gebiete.

Unter Bolsonaro hatte die Agrarindustrie noch mehr Einfluss als vorher und nutze die Lockerung der Umweltgesetze und -überwachung aus. Die Strukturen werden immer größer, so dass viele kleinere Betriebe aufgeben und ihr Land verpachten.

Mit der Pandemie stieg die Produktion von Soja für den Export zulasten von Nahrungsmittel für den inländischen Bedarf. Dadurch sind die Lebensmittelpreise und damit der Hunger drastisch angestiegen. Vorherige Erfolge bei der Bekämpfung des Hungers wurden wieder zunichte gemacht.

Aber es geht auch anders. Bäuerliche Betriebe, Landbesetzungen und indigene Völker zeigen, dass nachhaltige Landwirtschaft möglich ist. Durch besondere Methoden wie Agroforst, Mischkulturen und pfiffige Ideen bauen sie eine Vielzahl von Gemüse und Obstarten an. So entsteht regionale Wertschöpfung, bessert sich die Ernährung und die Lebensgrundlagen bleiben erhalten. Allerdings leiden sie unter Landkonflikten, Pestizidabdrift, verseuchtem Wasser und der Verunreinigung des traditionellen Saatguts durch Gentechnik.

Letzten Endes geht es um eine Landwirtschaft und eine Lebensweise, die den Fortbestand unseres Lebens auf dem Planeten möglich macht. Indigene Völker haben sich als die besten Hüter des Waldes bewiesen. Sandra Konig wird von deren Kampf um ihr Land berichten. Sie wird dabei vor allem auf die die Zusammenhänge zwischen der Situation der Guaraní in Südbrasilien und der Landwirtschaft hier eingehen. Im Anschluss gibt es Diskussion und Austausch, was das für uns, sowohl für die Landwirtschaft, Konsum als auch die Politik bedeutet. Denn Soja verbindet.

Termindaten
Datum: 03.07.2024, 17:30
Stadt: Würzburg
Veranstaltungsart: Informations- und Diskussionsveranstaltung
Veranstaltungsort: Josef-Schneider-Straße 1
Veranstalter: Gemeinsam gegen die Tierindustrie und Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. Bayern