Venezuela / Politik

Regierung von Venezuela: Stromausfall war Sabotage

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Energieminister Jesse Chacon am Montag Nacht im staatlichen Fernsehen
Energieminister Jesse Chacon am Montag Nacht im staatlichen Fernsehen

Caracas. In mindestens zehn Bundesstaaten Venezuelas ist am gestrigen Montagabend für mehrere Stunden der Strom ausgefallen. Energieminister Jesse Chacón versicherte, dieser "seltsame Stromausfall" sei provoziert worden. Eine abgetrennte Stromleitung in einem Schlüsselbereich der Linie 765 sei entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen.

Der Minister betonte, es gebe überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund für diesen Blackout: Er sei weder durch zu wenig Stromerzeugung noch durch Mehrverbrauch begründet. Auch seien die Wetterverhältnisse völlig normal gewesen. Man müsse davon ausgehen, dass die Unterbrechung zwischen San Geronimo und La Horqueta (Zentral-Venezuela) vorsätzlich herbeigeführt wurde.

An eben dieser Stelle, über die die Energieversorgung des gesamten zentralen Westen des Landes verteilt wird, war es nach Ermittlungsergebnissen der zuständigen Behörden bereits im September dieses Jahres zu Sabotage gekommen. Danach seien Reparaturen durchgeführt worden, daher seien auch Materialschäden ausgeschlossen, versicherte Chacón.

In der Hauptstadt Caracas war die Stromversorgung nach Angaben Chacóns in der Nacht zum Dienstag bereits zu mehr als 90 Prozent wieder hergestellt. Im Zentrum des Landes waren es 40 Prozent, in der Anden-Region 60 Prozent, im Bundesstaat Zulia und in den venezolanischen Llanos 30 Prozent.

Unterdessen nannte der venezolanische Präsident Nicolás Maduro den Vorfall eine "absolut seltsame Unterbrechung" und ein Ergebnis von "Sabotage der faschistischen Rechten". Bei einer kurzen Ansprache aus dem Präsidentenpalast Miraflores in Caracas erinnerte Maduro daran, "dass genau die gleiche Rechte am 2. Dezember 2002 einen Ölstreik begonnen hat, der das Land zweieinhalb Monate lang lähmte".

Der Präsident berichtete, dass an drei Orten des Landes versucht worden sei, gewalttätige Proteste zu initiieren, als der Stromausfall begann. Er habe daraufhin die Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt "um das venezolanische Volk gegen mögliche neue Angriffe der Rechten zu schützen". Die rechte Opposition verfolge angesichts der kurz bevorstehenden Kommunalwahlen am 8. Dezember weiterhin ihre Pläne, um zu versuchen, das Land zu destabilisieren, so Maduro.