Hintergrund & Analyse

Brasiliens Stichwahl: Letzte Chance für den Amazonas?

Unter Bolsonaro Beschleunigung der Entwaldung, Militarisierung und Freibrief für den Bergbau
Die brasilianische Präsidentschaftsstichwahl am 25. Oktober 2026 steht im Fokus internationaler Umweltdebatten, weil das Ergebnis weitreichende Folgen für den Amazonas und die globale Klimapolitik hat. Der konservative Kandidat Flávio Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro,... weiter

Brasilien: "Wenn wir nicht kämpfen, verlieren wir alles"

Interview in Berlin mit Marli Borges und Diogo Cabral zum Pestizidkrieg der Agrarindustrie in Maranhão
Anlässlich der Vortragsrunde "Der Pestizidkrieg der Agrarindustrie in Maranhão" am 14. September in Berlin sprach Lateinamerika Nachrichten mit zwei Mitgliedern der Delegation aus dem brasilianischen Bundesstaat Maranhão. Dabei berichteten Marli Borges von der Quilombola-Bewegung von Maranhão (... weiter

Der neue Aufschwung der Ultrarechten in Brasilien

Kongress in der Hand der Bolsonaristen. Untere Schichten und Nordosten hinter Lula
Das Wahlergebnis in Brasilien hat gezeigt, dass die Verbesserung einiger sozialer Indikatoren nicht ausreicht, um die extreme Rechte in Schach zu halten. Lulas Herausforderung wird darin bestehen, seine eigene soziale Basis zu mobilisieren und jene Bevölkerungsgruppen für sich zu gewinnen, die im... weiter

Illegale Goldminen in Peru bedrohen Amazonasgebiet und Indigene

Expansion krimineller Gruppen und wachsender illegaler Goldexport bei steigenden Preisen
Der illegale Bergbau zerstört in Peru riesige Flächen Regenwald und breitet sich zunehmend weiter aus. Offizielle Zahlen verdeutlichen seine Bedeutung: Nach Angaben von CooperAcción stieg die Zahl der Anzeigen von rund 800 im Jahr 2020 auf über 2.500 im Jahr 2024.  Neben der fortschreitenden... weiter

"Das Leben in Kuba ist zur Zeit die Hölle"

amerika21 sprach mit dem deutsch-kubanischen Schauspieler und Schriftsteller Aciel Martínez Poll über den Alltag in Kuba, die Doppelmoral der "westlichen Welt" und die Solidarität aus Deutschland
Thorben Austen: Sie haben kürzlich das Buch "Leben in Kuba: Im Würgegriff der US-Hegemonie und das Schweigen der moralischen Lämmer" veröffentlicht. Wie ist das Alltagsleben in diesen Monaten in Kuba? Aciel Martínez: Hölle. Ich würde es gerne anders nennen und... weiter

Brasilien vor einer entscheidenden Präsidentschaftswahl

Wahlkampf unter US-Offensive und Rechtsruck in Lateinamerika. Entscheidung zwischen Lula und Bolsonaro
Am 4. Oktober 2026 wählt Brasilien ein neues Staatsoberhaupt. Drei Wochen später dürfte eine Stichwahl folgen. Dreizehn Kandidat:innen treten an, doch das Rennen läuft in Wirklichkeit zwischen dem amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und dem ultrarechten Senator Flávio Bolsonaro. Vor... weiter

Argentinien ist nicht zu verkaufen

Eine gesellschaftliche Mehrheit stoppt den Landverkauf an ausländische Investor:innen
Der Gesetzentwurf der Regierungspartei wurde dem Senat ohne seinen zentralen Teil vorgelegt: die Reform des Grundstücksgesetzes, die den Erwerb von ländlichen und städtischen Grundstücken durch auswärtige Käufer:innen erleichtern sollte. Während der Sitzung wurde ein weiteres Kapitel gestrichen,... weiter

Widerstand aus Havanna

Wie verteidigungsfähig ist die kubanische Revolution?
"Die Vorbereitung der Bevölkerung auf die Verteidigung bleibt Priorität", Miguel Díaz-Canel In einem Podcast mit dem US-Komiker Hasan Minhaj erklärte der ehemalige Berater der Obama-Administration, Ben Rhodes, einen US-Angriff der gegenwärtigen Trump-Administration auf Kuba für denkbar. "Öl in... weiter

Reisebericht aus Kuba: "Schwerste Krise seit der Revolution"

Ein Reisebericht aus einem Kuba zwischen Mangel, Reformen, Solidarität und Widerstandskraft
Ich habe im August gut drei Wochen lang Kuba besucht, die ersten zwei Wochen im Rahmen der 53. Europäischen Solidaritätsbrigade José Martí. Viele Menschen im Land bezeichnen die Monate seit Jahresbeginn als die schwersten seit der Revolution. Besonders die heißen Sommermonate im Juli und August... weiter

Die USA richten eine neue Geheimdienstarchitektur für die Südhemisphäre ein

USA vertiefen militärischen Kurs für Südamerika beim Gipfel der Drogenbekämpfung in Argentinien
Die US-amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde DEA hat in Buenos Aires Vertreter aus mehr als Hundert Ländern zusammengebracht. Dort kündigte die US-Regierung an, den Druck auf Bolivien, Peru und das Dreiländereck zu erhöhen, während die Wasserstraße Río Paraná als eines der wichtigsten Ziele in den... weiter

Das schmutzige Gold der Finanzmärkte

Goldpreis steigt. London profitiert. Bergbaugemeinden verlieren ihre Lebensgrundlagen
Die drückende Hitze im Konferenzsaal in London hinderte die indigene Anführerin Jackeline Mendoza Díaz nicht daran, die Verwüstung des peruanischen Amazonasgebiets anzuprangern. Ihre Stimme zitterte zeitweise vor Emotionen, doch sie vermittelte eine eindringliche Botschaft und zeichnete ein Bild... weiter

Globaler Süden: Die Achse des Widerstands gegen die Tyrannei der Algorithmen

Gespräch mit Ignacio Ramonet über KI, Geopolitik und der Kampf um Souveränität in Lateinamerika
Ignacio Ramonet ist eine führende Referenz für alle, die die Mechanismen der Macht entschlüsseln wollen, eine unverzichtbare Persönlichkeit für jeden, der die Kräfte verstehen möchte, die unsere Welt prägen. Als Doktor der Semiotik, ehemaliger Redakteur von Le Monde diplomatique, Autor von "Die... weiter

Tote Wale für deutsches Gas in Argentinien

Flüssigerdgas-Terminals in Patagonien finanziert durch deutsche Kreditgeber bedrohen ein ganzes Ökosystem
Im Golfo San Matías sind regelmäßig zahlreiche Meeressäuger zu beobachten. Der Bau von Gasterminals und Ankerpunkten für sechs riesige Transportschiffe könnte zerstörerische Auswirkungen auf ein wichtiges Ökosystem und enormen Einfluss auf den Klimawandel haben. Auch deutsche Geldgeber spielen... weiter

Eine Klinik für alle: Eine andere Art der Daseinsvorsorge in Mexiko

Interview mit dem Arzt Joel Heredia. Erfolge und Zukunft des zapatistischen Gesundheitssystems
medico: 1994 drückte die indigene Bevölkerung in Chiapas mit einem bewaffneten Aufstand ihren Unmut über die Verarmung aus. Da die mexikanischen Regierungen ihre Forderung nach einem würdevollen Dasein nicht erfüllte, begann die indigene Bewegung, unabhängig vom Staat gesellschaftliche... weiter

Kritik am geplanten Lobby-Kontroll-Gesetz in Argentinien

Beim "Lobby-Gesetz" geht es um die Überwachung und Kontrolle der Zivilgesellschaft
Die argentinische Regierung unter Präsident Javier Milei hat einen Entwurf für ein Gesetz erarbeitet, dessen erklärtes Ziel es ist, die Transparenz im Zusammenhang mit Lobbyarbeit zu fördern. Menschenrechtsorganisationen zufolge zielt das geplante Gesetz jedoch darauf ab, zivilgesellschaftliche... weiter