22. Jan 2012 | Kuba | Medien | Politik

Kuba: Toter Gefangener war kein Dissident und nicht im Hungerstreik

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Havanna. Die kubanische Regierung ist Berichten entgegengetreten, nach denen ein Häftling vor wenigen Tagen an den Folgen eines politisch motivierten Hungerstreiks zu Tode gekommen ist. Regierungskritische Medien hatten vermeldet, dass der Kubaner Wilman Villar Mendoza aufgrund von Nahrungsverweigerung in Haft verstorben ist.

Entsprechende Darstellungen bezeichnete die sozialistische Regierung in Havanna nun als Teil einer Medienkampagne. Villar Mendoza sei tatsächlich an den Folgen eines schweren Atemwegsinfektes verstorben, hieß es aus Havanna unter Berufung auf medizinische Berichte. Die Darstellung findet sich unter anderem in einem Kommuniqué, das von dem regierungsnahen Onlineportal Cubadebate.cu veröffentlicht wurde.

In Zusammenhang mit dem Tod den Häftlings Villar Mendoza "führen ausländische Nachrichtenagenturen, vor allem solche mit Sitz in Miami, eine intensive Medienkampagne an, mit der Villar Mendoza als vermeintlicher Dissident dargestellt wird", heißt es in der Erklärung. Diese Kampagne würde in Kooperation mit "internen konterrevolutionären Elementen" koordiniert. Der Verstorbene sei jedoch weder politisch aktiv gewesen noch habe er einen Hungerstreik durchgeführt.

Tatsächlich war über eine solche Aktion bis zur Meldung über den Tod Villar Mendozas kein entsprechender Bericht erschienen. Dennoch verbreiteten rechtskonservative Akteure wie die in Deutschland ansässige Gruppierung "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte" die Meldung, ohne sie zu überprüfen.

(hneu/tsur/cubadebate)

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