29. Jun 2010 | Honduras | Politik | Soziale Bewegungen

Proteste am Jahrestag des Honduras-Putsches

Aktivisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen Arbeit mit der Widerstandsfront FNRP ausbauen

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Berlin/Wien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben Menschenrechts- und Demokratieaktivisten am Montag Protestaktionen und zum ersten Jahrestag des Militärputsches in Honduras organisiert. Sie folgten damit einem Aufruf der honduranischen Widerstandsbewegung FNRP, die sich bereits am Tag des Staatsstreiches gegründet hatte.

In Wien versammelten sich mehrere Dutzend Aktivisten zu einer Kundgebung vor dem Parlament. Sie informierten mit Transparenten auf den Treppenstufen der Volksvertretung über den Sturz der demokratisch gewählten Regierung von Präsident Manuel Zelaya. Zugleich wiesen sie auf die Doppelzüngigkeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten hin. "Wo sind die rechtsstaatlichen Prinzipien, die Österreich, die EU und die westliche Wertegemeinschaft vorgeblich verteidigen?", heißt es in dem Aufruf zu der Protestaktion, in dem die Widerstandsfront FNRP"als Organisatorin und legitime Vertreterin" der Bevölkerung des mittelamerikanischen Landes anerkannt wird.

In Berlin versammelten sich mehrere Dutzend Aktivisten vor der honduranischen Botschaft. Organisiert wurde die Aktion von dem "Queeren Bündnis Walter Tróchez", das sich nach einem Aktivisten für Homorechte und Mitglied der FNRP benannt hat, der nach dem Putsch ermordet worden war.

Redner und Protestteilnehmer in Berlin wiesen vor allem auf die Unterstützung der Putschisten durch die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung hin. In dem Flugblatt zu der Aktion in der deutschen Hauptstadt wurde die "lückenlose Aufklärung aller Verbrechen des Putschregimes" gefordert. "Naumann-Stiftung raus aus Lateinamerika", heißt es am Ende des Aufrufes zu der Aktion, die auch von amerika21.de unterstützt wurde.

Aktivisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen ihre Arbeit nun verstärkt mit der honduranischen Widerstandsfront organisieren. Die FNRP hat dazu eine internationale Kommission eingerichtet.

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