7. Jul 2010 | Venezuela | Menschenrechte | Wirtschaft

Venezuelas Nationalgarde gegen Goldschürfer

Regierung schützt Yanomami-Volksgruppe gegen illegalen Tagebau. Präsenz in südlichen Grenzregionen langfristig angelegt

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Caracas. Die venezolanische Nationalgarde hat in der vergangenen Woche Medienberichten zufolge 357 illegale Camps von Goldschürfern im südlichen Yacapana-Nationalpark an den Grenzen zu Brasilien, Kolumbien und Guyana geräumt. Das Vorgehen war Teil einer Operation mit dem Namen "Plan Caura", mit dem die Regierung Venezuelas bereits seit Anfang 2009 massiv gegen den illegalen Mineralienabbau an den Ufern der Flüsse Caura und Caroni vorgeht. 

Neben den direkten Schäden durch Rodungen und chemische Verschmutzungen durch Gold- und Diamantenschürfer, hatten die Organisationen der dort lebenden Mitglieder der Yanomami-Volksgruppe seit längerem auf die Folgen wie Waffenhandel und Prostitution aufmerksam gemacht.   

In einer internationalen Pressekonferenz erklärte der venezolanische Verteidigungsminister Carlos Mata Figueroa am Freitag, dass seit Beginn der Militäroperationen bereits mehr als 10.000 illegale Goldschürfer das Gebiet des Yapacana-Nationalparks verlassen hätten. Die Mehrheit der Goldschürfer habe ihre illegalen Aktivitäten freiwillig aufgegeben.

177 vorläufig festgenommene Goldschürfer aus den Nachbarländern Brasilien, Kolumbien und Guyana wurden an ihre Konsulate übergeben. Gleichzeitig betonte Mata Figueroa, dass bei dem militärpolizeilichen Vorgehen die Konfiszierung und Vernichtung technischen Materials und der Infrastruktur der Goldschürfer im Vordergrund stand. Zudem kündigte er an, dass der "Plan Caura" eine "langfristige Präsenz der Nationalgarde" in der Region vorsehe um eine Rückkehr der Goldschürfer zu verhindern.

Rund 32.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet. In Venezuela leben die Yanomami im Biosphärenreservat Alto-Orinoco-Casiquiare, auf einer Fläche von über 82.000 Quadratkilometern. Im Norden Brasiliens umfasst das Territorium weitere 96.000 Quadratkilometer.  Damit bewohnen die Yanomami den weltweit größten indigenen Lebensraum im tropischem Regenwald.

Die venezolanische Verfassung von 1999 erkennt das Recht auf Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung explizit an und verbietet die Ausbeutung von Naturressourcen in deren Territorien.

Neben den Konflikten der Yanomami im Süden Venezuelas gegen Gold- und Diamantenschürfer, kämpfen die Yukpa im Westen des Landes gegen die ökologischen und sozialen Folgen des  Kohletagebaus sowie die Warao im Osten des Landes gegen die Ausbeutung der Gasvorkommen. Während sich die Konflikte zunächst gegen nationale und internationale Großkonzerne richten, haben unterschiedliche Präsidialkommissionen und Minister für indigene Rechte bisher nicht zu einer endgültigen besitzrechtlichen Regelung und Anerkennung der indigenen Territorien geführt.

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