20. Aug 2010 | Amerikas | Panama | USA | Militär

USA starten Großmanöver vor Panama

Über 2000 Soldaten an Übung "Panamax 2010" beteiligt. Abwehr von Bedrohung des Panamakanals wird simuliert. Kritik aus dem Land

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Panama-Stadt. Über 2000 Soldaten aus drei Waffengattungen haben am Montag mit einem immensen Militärmanöver vor der Küste Panamas und Kolumbiens begonnen. Die Übung "Panamax 2010" steht unter dem Kommando von US-Luftwaffengeneral Douglas Fraser, der auch das Südkommando der US-Armee befehligt. Während dieses Regionalkommando in einer Pressemitteilung das Ausmaß des Manövers beschreibt, sehen Beobachter in der Region den Truppenaufmarsch mit Sorge.

Das Manöver "Panamax 2010" soll zwölf Tage lang die Abwehr einer möglichen Bedrohung des Panamakanals simulieren. Neben den Übungen vor Ort wird das Training in Echtzeit von Kommandozentralen des US-Militärs in Miami und Mayport (Florida) sowie Northfolk im US-Bundesstaat Virginia überwacht. Beteiligt sind Luft-, See- und Landstreitkräfte, unter anderem die Zweite und Vierte Flotte der US-Kriegsmarine. An dem Manöver nehmen nach Auskunft der US-Armee insgesamt 18 Staaten des amerikanischen Kontinents teil, eine führende Rolle kommt den USA und Kanada zu. Nicht dabei sind Bolivien, Costa Rica, Haiti, Kuba und Venezuela. Im Jahr 2009 beinhaltete das Training auch "antiterroristische Aktionen".

Der panamaische Journalist und Soziologe Marco A. Gandásegui Jr. verweist auf den innenpolitischen Kontext. Vor gut einem Monat hatte in Panama ein Generalstreik gegen neoliberale Maßnahmen der Regierung unter dem rechtsgerichteten Unternehmer und amtierenden Präsidenten Ricardo Martinelli stattgefunden. Die Regierung haben die Teilnehmer des Arbeitskampfes – unter ihnen die Arbeiter der Kanalgesellschaft – des Terrorismus´ bezichtigt. Vor diesem Hintergrund sei das Manöver auch eine klare Drohung an soziale Akteure im eigenen Land.

Die französische Nachrichtenagentur AFP verweist in ihrem spanischen Dienst auf den regionalpolitischen Hintergrund. Das Großmanöver in unmittelbarer Nähe Venezuelas finde schließlich zu einem Zeitpunkt statt, "in dem die Spannungen zwischen Washington und Caracas zugenommen haben", heißt es in der Meldung.

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