11. Sep 2010 | Kolumbien | Wirtschaft

Massenentlassungen im Bergbau

Illegaler Verkauf der Frontino Gold Mines. Leben von Gewerkschaftern bedroht

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Bogotá. Letzte Woche erhielten 1.500 Arbeiter des Goldminenunternehmens Frontino Gold Mines im nordwestlichen Bundesstaat Antioquia die Kündigung. Die Entlassung nahezu der gesamten Belegschaft fand statt, kurz nachdem das Unternehmen illegal an den kanadischen Konzern Medoro Resources verkauft wurde. Der Insolvenzverwalter von Frontino, Luis Fernando Alvarado, sei nicht berechtigt, die Firma ohne das Einverständnis seiner legalen Besitzer zu verkaufen, nämlich seiner Arbeiter und Pensionierten, argumentiert die Gewerkschaft Sintramienergetica.

1979 hinterließ die nordamerikanische International Mining Company, vorherige Besitzerin von Frontino, den Arbeitern und Pensionierten die Aktiva des Unternehmens als Tilgung ihrer Schulden ihnen gegenüber. Doch dies erfuhren sie erst im Jahr 2000 durch die Entdeckung des Dokuments zu diesem Abkommen, kritisiert der Gewerkschaftsvorsitzende von Frontino, Darío Rúa. Über drei Jahrzehnte hatten verschiedene kolumbianische Insolvenzverwalter mit der Zustimmung der Regierungen die Firma geleitet.

Der zehnjährige juristische Kampf der Gewerkschaft um die Anerkennung ihres Besitzrechts war bisher vergeblich. Alvarado, der letzte Insolvenzverwalter, sagte über das genannte Schriftstück, dass dies „keine Besitzurkunde sei“. Letztendlich genehmigte der Oberste Gerichtshof von Medellín den Verkauf an Medoro ohne die Zustimmung der Arbeiter.

Der Druck auf die Gewerkschaftler von Frontino war nicht nur juristischer Natur. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Sintramienergetica bekam Morddrohungen. Vorstandsmitglied John Jairo Zapata Marulanda wurde im Juni sogar von unbekannten Tätern durch drei Schüsse schwer verletzt. „Trotz Ihnen und jedem Anderen wird das Unternehmen verkauft“ stand in dem Drohbrief, den der Gewerkschaftsvorsitzende Darío Rúa im Mai erhielt.

Während die Regierungen Uribe und Santos den Konzern Medoro bevorzugen, verhandeln die Arbeiter des Minenunternehmens mit der kanadischen Gesellschaft Samarium. Diese Firma sei bereit, in die Modernisierung des Betriebs zu investieren, eine Pensionsrückstellung wiederherzustellen und gemeinsam mit den Arbeitern das Unternehmen zu führen, versicherte Rúa. Insolvenzverwalter Alvarado entschied sich nun aber für den kanadischen Konzern Medoro Resources.

Der Kündigung von neunzig Prozent der Belegschaft folgt nun ihr Austausch. Medoro wirbt neue Mitarbeiter mit Einjahresverträgen an. Die entlassenen Angestellten und Arbeiter von Frontino riefen zu einem Generalstreik auf.

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