5. Sep 2011 | Kolumbien | Menschenrechte

Morddrohungen gegen Theateraktivisten

Paramilitärs bedrohen Künstler in Bogotá. Geheimdienst leugnet Gefährdung

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Bogotá. In der kolumbianischen Hauptstadt haben Künstler und Bewohner der Armenviertel in der vergangenen Woche gegen die Aktivitäten paramilitärischer Gruppen protestiert. Am 23. August 2011 hatte das Künstlerkollektiv "Bogotá Dual" eine Drohung von der Organisation "Schwarze Adler" (Aguilas Negras) erhalten. Dem Kollektiv und weiteren zwölf Theatergruppen aus den ärmeren Teilen Bogotás werden acht Tage Zeit gegeben, um aus der kolumbianischen Hauptstadt zu verschwinden. Andernfalls  drohen die anonymen Autoren ihnen mit einer "Säuberungsaktion", ein Ausdruck, mit dem die Paramilitärs die Ermordung und das Verschwindenlassen von politischen Gegnern oder unliebsamen Teilen der Bevölkerung ankündigen.

Statt zu kapitulieren informieren die bedrohten Theatergruppen nun die Öffentlichkeit und machen auf den politischen Charakter der Drohungen aufmerksam. Die Aguilas Negras werfen den Künstlern vor, sich in den Armenvierteln für die Menschenrechte einzusetzen und gegen die Politik der Regierung von Präsident Santos zu opponieren. "Die Drohungen sind ein Angriff auf alle Künstler weltweit", stellen die Aktivisten in ihrer Erklärung fest. Nach einer Pressekonferenz veranstalteten die Kollektive eine Protestaktion in der Innenstadt von Bogotá. Hunderte Menschen gingen zum Ablauf des Ultimatums auf die Straße, um ihre Solidarität mit den bedrohten Theatergruppen zu bekunden.

Der Geheimdienstchef der Polizei von Bogotá, Leonardo Mejía, leugnete gegenüber der Wochenzeitung Semana, dass die Paramilitärs die Autoren des Schreibens sind. Die Drohungen würden nicht von "kriminellen Banden" stammen, da die verwendeten Symbole untypisch seien. Der Drohbrief wurde mit einem schwarzen Adler und zwei gekreuzten Maschinengewehren verziert. Mejía erklärte, die Polizei habe sich mit den bedrohten Gruppen in Kontakt gesetzt und eine Broschüre mit Schutzmaßnahmen übergeben. Der offizielle Standpunkt der kolumbianischen Regierung lautet, dass es seit der Demobilisierung der Vereinigte Bürgerwehren Kolumbiens (AUC) im Jahr 2005 keine Paramilitärs im Land gibt. Seitdem lautet die offzielle Sprachregelung für die weiter stattfinden Ermordungen, Bedrohungen und Vertreibungen, es handle sich um Aktionen "krimineller Banden".

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