21. Mai 2011 | Mexiko | Menschenrechte

Oaxaca: Europaparlamentarier unterstützen Angehörige ermordeter Aktivisten

DruckversionEinem Freund senden

Oaxaca. Familienangehörige von Beatriz Cariño und dem finnischen Menschenrechtsaktivisten Jyri Antero Jaakkola trafen sich am Donnerstag mit der Menschenrechtskommission des Europaparlaments, die zu einem eintägigen Recherchebesuch in Oaxaca weilten. Die Angehörigen der beiden bei einer Menschenrechtskarawane zum mexikanischen Ort San Juan Copala am 27. Mai 2010 ermordeten Aktivisten forderten dieser Tage in einem offenen Brief an die Behörden Gerechtigkeit. Erst am 12. Mai wurde Rufino Juárez, Anführer der paramilitärisch organisierten PRI-Organisation UBISORT, überraschend verhaftet. Ihm wird die Autorenschaft des Attentates auf die Menschenrechtskarawane und die Mittäterschaft in mindestens 25 weiteren Morden in der indigenen Region der Triqui zu Last gelegt.

Die finnische grüne Abgeordnete Heidi Hautala, Vorsitzende des Unterausschusses des Europaparlaments für Menschenrechte, betonte, die Straflosigkeit liege "der ganzen Menschenrechtsproblematik Mexikos zugrunde" und insistierte: "Die Behörden Oaxacas und Mexikos müssen den Zeugen einen effektiven Schutz garantieren, die Untersuchungen vorantreiben und die Fälle vor Gericht bringen, um so mit der Vergangenheit zu brechen".

Die fünf Europa-Abgeordneten trafen sich ebenfalls mit Marcelino Coache, dem Gewerkschafter, welcher von Bundespolizisten am 15. Februar durch eine Tränengasgranate schwer verletzt wurde und bleibende Schäden davontrug. Richard Howitt, Vizepräsident des Menschenrechtsausschusses, betonte, dass sie sich im Gespräch mit dem neuen Gouverneur Gabino Cué von dessen ernsthaften Interesse am Thema des Schutzes der Menschenrechte haben überzeugen können.

(pger/proceso)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Oaxaca + San Juan Copala

Vertriebene Indígenas errichten neues Protestcamp in Oaxaca

Reina Martínez Flores, Sprecherin der vertriebenen Triqui

Oacaxca. Vertriebene Angehörige der Triqui-Ethnie in Mexiko haben am Freitagnachmittag (Ortszeit) vor dem Gouverneurspalast in Oaxaca-Stadt ein Protestcamp errichtet. … weiter >

Vertriebene Indígenas in Oaxaca starten erneuten Rückkehrversuch

Die Karawane auf dem Weg

Oaxaca, Mexiko. Nach 17 Monaten der Vertreibung haben etwa 300 Angehörige der Triqui-Ethnie erneut versucht, in ihren Heimatort San Juan Copala im Süden Mexikos zurück zu kehren. Die Gemeinde, die sich 2007 autonom erklärt hatte, war monatelangem paramilitärischen Terror ausgesetzt, bis sich die Bewohner im September 2010 entschlossen, zu fliehen. … weiter >

10. Sep 2011 | Mexiko | Menschenrechte

Neue Friedenskarawane startet in Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt. Eine Karawane von Hunderten Menschen in 14 Bussen verließ am Freitag die mexikanische Hauptstadt auf dem Weg nach Süden. Im Juni rückte eine ähnliche Karawane in Richtung Norden die Blutspur von Präsident Calderóns "Krieg gegen den Drogenhandel" ins Licht der Öffentlichkeit. … weiter >