28. Jan 2012 | Guatemala | Menschenrechte | Militär

Nach 30 Jahren: Ex-Diktator Rios Montt in Guatemala angeklagt

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Guatemala. Eine Anklage wegen Genozids und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den 1982 durch einen Militärputsch an die Macht gekommenenEx-Diktator Efraín Ríos Montt, wurde diesen Donnerstag von einem guatemaltekischen Gericht zugelassen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Rios Montt in den 17 Monaten seiner Amtszeit, in den Jahren 1982 und 1983, als Staatsoberhaupt für mindestens 266 militärische Aktionen verantwortlich gewesen zu sein.

Richterin Carol Patricia Flores befand die in der über acht Stunden dauernden Anhörung präsentierten Beweise als ausreichend, um Anklage gegen Montt zu erheben. Berücksichtigt wurden in der Anhörung elf Massaker, die während Montts Amtszeit an der indigenen Bevölkerungsgruppe der Ixil in der nördlichen Region Quiché verübt wurden und bei denen 1.771 Indigene umgebracht und mehr als 1.400 Frauen, darunter Minderjährige, vergewaltigt wurden.

Der General und evangelikale Prediger wurde für die Zeit des weiteren Strafprozesses mit einer Kaution von knapp 500.000 Quetzales (gut 48.000 Euro) und Hausarrest belegt. Rund um das Gerichtsgebäude hatten sich Angehörige, politisch Aktive und Menschenrechtsgruppen versammelt. Sie erinnerten mit Kerzen und Fotos den Ermordeten und forderten ein Ende der Straflosigkeit für die im Bürgerkrieg begangenen Verbrechen.

Bereits 2001 war die Anzeige gegen den mittlerweile 85-jährigen Rios Montt eingereicht worden, seit 2007 besteht seitens der spanischen Justiz ein internationaler Haftbefehl gegen ihn. Im Zuge des Regierungswechsels am 14. Januar dieses Jahres endete seine Immunität als Kongressabgeordneter.

Die Staatsanwaltschaft hat bis 17. März Zeit, alle strafrechtlichen Erkenntnisse zu präsentieren.

(tger/bbcmundo/prensa libre/afp)

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