3. Feb 2012 | Mexiko | Menschenrechte | Umwelt

Drohungen gegen Familienmitglieder entführter Umweltschützer in Mexiko

DruckversionEinem Freund senden

Guerrero, Mexiko. Familienmitglieder der entführten Umweltaktivisten Eva Alarcón und Marcial Bautista haben zahlreiche Morddrohungen erhalten. Victoria Bautista Buena und Coral Rojas Alarcón, die Töchter der am 7. Dezember entführten Umweltschützer, wurden nach eigenen Angaben von Unbekannten mehrfach bedrängt. Die Organisation der beiden Verschwundenen (OCESPyCC) wertete die Bedrohungen als Reaktion auf eine Kampagne für die Entführten. Beim Besuch der Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams hatten Vertreter der Umweltorganisation den Fall angesprochen und sich beschwert. Ein anonymer Anrufer warnte sie davor, mit dem Fall fortzufahren und weiterhin Gerechtigkeit einzufordern.

Am 28. Dezember wurde der unter Verdacht stehende Chef der Justizpolizei verhaftet. Gegen ihn wurde aber bislang keine formale Anklage vorgebracht. Familienmitglieder und soziale Organisationen starteten wegen ausbleibender Fortschritte und Untätigkeit der Justizbehörden eine Kampagne, um die Behörden unter Druck zu setzen. Der von ihnen eingeforderte und von den Bundesbehörden erteilte Polizeischutz für die Familien sei unzureichend, beklagen sie.

Menschenrechtsorganisationen, darunter Tlachinollan, Misereor und Amnesty International, fordern von den Bundesbehörden angemessenen Schutz. Außerdem verlangen sie die Durchführung einer adäquaten Untersuchung sowohl des gewaltsamen Verschwindenlassens der Umweltschützer als auch aller Drohungen gegen die Mitglieder und Familienangehörigen der Umweltorganisation OCESPyCC.

(msch/jornada/aucuddeh)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Repression

Brasilien untersucht seine Vergangenheit

Szene während des Staatsstreichs in Brasilien 1964

Wahrheitskommission soll binnen zwei Jahren Staatsverbrechen aus über vier Jahrzehnten aufarbeiten. Starke Widerstände aus der Armee

Brasília. Brasiliens Wahrheitskommission, die unter anderem die Verbrechen während der Militärdiktatur (1964-1985) untersuchen soll, ist offiziell eingerichtet. … weiter >

Chilenisches Gericht spricht Mapuche frei

Im Gerichtssaal

Santiago de Chile. Ein Gericht im chilenischen Angol hat sieben Mitglieder der Mapuche-Volksgruppe aus Chequenco von den Vorwürfen freigesprochen, vor zwei Jahren einen Bombenanschlag auf ein Fahrzeug eines Forstunternehmens begangen zu haben. Das Fahrzeug war am 14. Juli 2010 von Unbekannten angegriffen worden. … weiter >

11. Mai | Peru | Militär | Politik

Verteidigungs- und Innenminister in Peru zurückgetreten

Artikel bei Telesur

Lima. Die Minister für Verteidigung und Inneres in Peru haben mit ihren Rücktritten auf massive Kritik von Medien und Menschenrechtsorganisationen reagiert. Alberto Otárola und Daniel Lozada werden schwere Fehler beim Kampf gegen die maoistische Guerillaorganisation Leuchtender Pfad und die Drogenkartelle des Landes vorgeworfen. … weiter >