17. Aug 2010 | Bolivien | Politik | Soziale Bewegungen

Ende der Blockade von Potosí

Einigung in fast allen Punkten. Streikende feiern Verhandlungsergebnisse. Regierung zeigt sich auch zufrieden

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Potosí, Bolivien. Die Blockade der südbolivianischen Stadt Potosí ist aufgehoben. Damit reagierten die streikenden Bergarbeiter und ihre Verbündeten, von denen die Stadt fast drei Wochen lang von der Außenwelt abgeschnitten wurde, auf die erfolgreichen Verhandlungen. Am Montag wurde zwischen der Regierung und dem Bürgerkomitee von Potosí in fast allen Punkten eine Einigung erzielt.

Die Verhandlungspartner verständigten sich in Boliviens nomineller Hauptstadt Sucre unter anderem darauf, dass die Regierung zwei Zementwerke in der Region errichtet – jeweils eines in Potosí und Oruro. Deren Bau war eine der Forderungen der Protestierenden von Potosí, die fürchteten, dass nur in Oruro eine solche Fabrik gebaut wird.

Auch bei drei weiteren Forderungen konnten sich Regierung und Bürgerkomitee einigen. So soll der regionale zum internationalen Flughafen ausgebaut, ein Grenzkonflikt zwischen Oruro und Potosí geschlichtet und die Wiedereröffnung der Schmelze Karachipampa durch den Staat vorangetrieben werden. Damit wurde nur in einem der von den Protestierenden aufgestellten Punkte noch keine Einigung erzielt: Der Beginn des Baus einer Schnellstraße zwischen den Departements Potosí und Tarija ist weiterhin umstritten.

Der Minister für Autonomie, Carlos Romero, erklärte, dass die regionalen Forderungen nicht das Problem gewesen seien, da sie ohnehin auf dem Plan der Regierung standen. Er kritisierte die Art des Protests. Das Bürgerkomitee feierte dagegen die Vereinbarungen als Sieg, die Verhandlungsdelegation zog nach ihrer Rückkehr aus Sucre unter dem Jubel der Einwohner in Potosí ein.

Oscar Coca, Leiter des Amtes des Präsidenten, sah sich nicht als Verlierer und feierte mit seiner Delegation ebenfalls das Ende der Verhandlungen. Die Opposition im Parlament erklärte hingegen, dass die 19-tägige Blockade die Unfähigkeit der Regierung von Evo Morales gezeigt habe, die Probleme des Landes zu lösen.

Am Wochenende hatten die protestierenden Bergarbeiter und ihre Sympathisanten zu Verhandlungen bereit erklärt, obwohl Präsident Evo Morales nicht wie gefordert mit am Tisch saß. Zuvor hatten sie die Stadt durch Blockaden der Straßen sowie des Flughafens fast völlig von jeglicher Versorgung abgeschnitten. In der Stadt wurden die Lebensmittel knapp. Außerdem saßen Einheimische und Touristen fest, nur einige von ihnen schafften es, die Stadt trotz Blockade zu verlassen.

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