7. Apr 2011 | Ecuador | USA | Politik

USA weisen Ecuadors Botschafter aus

Reaktion auf Abschiebung der US-Botschafterin in Quito nach Wikileaks-Veröffentlichungen. Präsident Correa ruft zur Solidarität mit seinem Land auf

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Washington. Zwei Tage nach der Ausweisung der US-Botschafterin in Ecuador, Heather Hodges, hat Washington auch den Botschafter des südamerikanischen Landes, Luis Gallegos, aufgefordert, die Vereinigten Staaten so schnell wie möglich zu verlassen. Hintergrund der eskalierenden diplomatischen Krise ist die Veröffentlichung von Depeschen der US-Botschaft in Quito durch das Enthüllungsportal Wikileaks. Den Dokumenten zufolge hatte Botschafterin Hodges den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa indirekt für Korruption im Polizeiapparat verantwortlich gemacht.

Neben der Ausweisung des Botschafters von Ecuador aus den USA sagte die Regierung von Präsident Barack Obama zudem ein geplantes bilaterales Treffen ab, das für den kommenden Juni geplant war. Das geht aus einem Kommuniqué von US-Außenamtssprecher Charles Luoma-Overstreet hervor, das per E-Mail verbreitet wurde. Noch am Nachmittag hatte Außenamtssprecher Mark Toner bei seiner täglichen Pressekonferenz keine neuen Maßnahmen zu verkünden gehabt.

In dem Kommuniqué von Luoma-Overstreet hieß es dann wenig später: "Unterstaatssekretär (für Lateinamerika, Arturo) Valenzuela hat Botschafter Gallegos am heutigen Morgen telefonisch darüber informiert, dass er als Persona non grata betrachtet wird. Botschafter Gallegos sollte die Vereinigten Staaten nun so schnell wie möglich verlassen."

Nach Ansicht des State-Departement-Sprechers Luoma-Overstreet "hat die ungerechtfertigte Entscheidung der ecuadorianischen Regierung uns keine andere Wahl gelassen". Die Vereinigten Staaten hätten weiterhin ein Interesse an positiven Beziehungen zu Ecuador. Jedoch werde die Ausweisung von Botschafterin Hodges bei künftigen Entscheidungen mit in Betracht gezogen werden müssen.

Mit der Ausweisung der Diplomatin aus Ecuador haben die Wikileaks-Depeschen bereits zwei Botschaftern Washingtons in Lateinamerika das Amt gekostet. Vor wenigen Wochen hatte der US-Botschafter in Mexiko, Carlos Pascual, seinen Rücktritt erklärt, nachdem bekannt geworden war, dass er den sogenannten Krieg gegen den Drogenhandel negativ bewertete.

Die ecuadorianische Regierung hatte bereits zu Beginn des Jahres 2009 zwei US-Diplomaten des Landes verweisen, denen sie eine Einmischung in innere Angelegenheiten vorwarf. Ebenso wie Bolivien, dessen Regierung am 11. September 2008 den US-Botschafter Philip Goldberg des Landes verwiesen hatte, versuchte Ecuador seither wieder, die Beziehungen zu normalisieren.

Angesichts der Zuspitzung der Lage rief Präsident Correa die lateinamerikanischen Staaten nach Auskunft der staatlichen Nachrichtenagentur ANDES zur Solidarität mit seinem Land auf. Man werde nun weitere Schritte prüfen, hieß es in Quito nach einem Bericht des lateinamerikanischen Nachrichtensender Telesur zudem.

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