5. Apr 2011 | Ecuador | USA | Politik

Ecuador weist US-Botschafterin aus

Diplomatin hatte sich geweigert, zu Wikileaks-Depeschen Stellung zu nehmen. Botschaft hatte interne Informationen aus dem Polizeiapparat

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Quito/Washington. Die Regierung von Ecuador hat die Botschafterin der USA in diesem südamerikanischen Land, Heather Hodges, zur Persona non grata erklärt und zur sofortigen Ausreise aufgefordert. Das berichtet der lateinamerikanischen Nachrichtensender Telesur unter Berufung auf den ecuadorianischen Außenminister Ricardo Patiño, der die Entscheidung in der Hauptstadt Quito auf einer Pressekonferenz bekanntgab.

Die Regierung von Präsident Rafael Correa begründet die Ausweisung der US-Botschafterin mit ihrer Weigerung, zu Informationen der "Wikileaks-Depeschen" Stellung zu nehmen. Wikileaks hatte US-Botschaftsdokumente veröffentlicht, nach denen die Vertretung der USA interne Kenntnisse aus dem Polizeiapparat Ecuadors besitzt.

Die US-Botschafterin hatte sich gegenüber dem Außenminister des Gastlandes geweigert, die Herkunft der Informationen zu erklären, berichtet Telesur-Korrespondent Cristian Salas. Demnach hatte Patiño Botschafterin Hodges telefonisch gebeten, zu den publik gewordenen Informationen Stellung zu nehmen. Die Diplomatin habe dem Außenminister gegenüber erklärt, dass die betreffenden Dokumente gestohlen worden seien, berichtet Salas. Weder sie noch die US-Regierung seien deswegen verpflichtet, zu den Inhalten Stellung zu nehmen.

Hodges wurde daraufhin aufgefordert, Ecuador "umgehend" zu verlassen. Zudem wurden zwei Angestellte der Botschaft der Vereinigten Staaten wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes verweisen.

Die Botschafterin hatte den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen zufolge im Jahr 2009 unter anderem erklärt, dass "innerhalb der Reihen der Polizei (Ecuadors, d. Red) generelle Korruption herrsche". Zudem habe Präsident Correa von entsprechenden Anschuldigungen gegen den Funktionär Jaime Hurtado Vaca gewusst und ihn 2008 dessen ungeachtet zum Polizeichef ernannt.

Auf der Pressekonferenz erkannte Außenminister Patiño nun entsprechende Probleme im Polizeiapparat seines Landes zwar an. Doch gerade die Regierung von Präsident Correa sei gegen die Missstände vorgegangen. In Konsequenz sei es am vergangenen 30. September zu einem Putschversuch von Teilen der Polizei gegen die Linksregierung gekommen.

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