10. Apr 2011 | Kuba | USA | Venezuela | Politik

Protest nach Freispruch von Posada Carriles

Kuba und Venezuela kritisieren Urteil nach Prozess im US-amerikanischen El Paso. 83-jähriger Ex-CIA-Mann soll wegen Terror vor Gericht

DruckversionEinem Freund senden

El Paso, Texas. Nach dem Freispruch des langjährigen CIA-Agenten und mutmaßlichen Terroristen Luis Posada Carriles haben Kuba und Venezuela schwere Vorwürfe gegen Justiz und Regierung der Vereinigten Staaten erhoben.

Der 83-jährige gebürtige Kubaner war am Freitag von einem Gericht in El Paso im US-Bundesstaat Texas nach einem 13-wöchigen Verfahren von allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Allerdings war Posada Carriles lediglich wegen Verstößen gegen das Einwanderungsrecht der USA angeklagt. Kuba und Venezuela legen ihm zahlreiche terroristische Akte zu Last.

In einem Kommuniqué bezeichnete das kubanische Außenministerium den Prozess in Texas als "Farce, Beleidigung und Schande". Seit der ehemalige CIA-Mann und entschiedene Gegner der sozialistischen Regierungen in Havanna und Caracas 2005 über den Bundesstaat Florida in die USA eingereist ist, "befand er sich, wie stets zuvor, unter Obhut und Schutz der Regierung der Vereinigten Staaten", heißt es in der offiziellen Verlautbarung.

Zugleich forderte Kuba die USA auf, die "Doppelzüngigkeit" im Kampf gegen den Terrorismus aufzugeben. Dazu gehöre auch, fünf Kubaner freizulassen, die wegen der Überwachung gewaltbereiter Gruppen des kubanischen Exils seit 1998 in den USA in Haft sind.

Venezuela stellte nach Auskunft des Außenministeriums in Caracas nach Ende des Prozesses in El Paso erneut ein Auslieferungsgesuch an die US-Behörden. Man wolle Posada Carriles habhaft werden, um ihm in Venezuela wegen des Bombenanschlags auf ein kubanisches Passagierflugzeug 1976 den Prozess zu machen. Damals kamen alle 73 Insassen ums Leben.

Später war Posada Carriles offenbar mit Hilfe von Geheimdiensten aus der Haft in Venezuela geflohen, um sich einem Strafverfahren zu entziehen.

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Luis Posada Carriles + Terrorismus + Justiz

Chilenisches Gericht spricht Mapuche frei

Im Gerichtssaal

Santiago de Chile. Ein Gericht im chilenischen Angol hat sieben Mitglieder der Mapuche-Volksgruppe aus Chequenco von den Vorwürfen freigesprochen, vor zwei Jahren einen Bombenanschlag auf ein Fahrzeug eines Forstunternehmens begangen zu haben. Das Fahrzeug war am 14. Juli 2010 von Unbekannten angegriffen worden. … weiter >

Streit um Militärgerichtsbarkeit in Kolumbien

Kolumbiens Armee

Schicksal der Justizreform nach wie vor unklar. Militärs sollen sich selbst überwachen – trotz massiver Verbrechen

Bogotá. Die Zukunft der Justizreform in Kolumbien ist wegen umstrittener Sonderrechte für das Militär weiter unklar. … weiter >

17. Mai | Kolumbien | Politik

Kolumbiens Parlament ebnet Weg für Friedensverhandlungen

"Der Schuss ging nach hinten los" - Fotomontage der FARC zum Anschlag in Bogotá

Bogotá. Mit 126 gegen 4 Stimmen haben die Abgeordneten des kolumbianischen Repräsentantenhauses ein Gesetzesprojekt angenommen, das einen rechtlichen Rahmen für Friedensverhandlungen mit bewaffneten Gruppen schaffen soll. … weiter >