2. Sep 2011 | Kolumbien | Militär

USA unterstützte illegale Spionage in Kolumbien

US-Botschaft betreute angeblich Bespitzelung gegen kolumbianische Gewerkschafter und gegen den Obersten Gerichtshof

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Bogotá. Ehemalige Detektive des kolumbianischen Sicherheitsdiensts DAS verwickeln die US-amerikanische Botschaft in den schon allgemein bekannten Korruptionsskandal des Verfassungsschutzorgans. Die nordamerikanische Behörde soll Sonderaktivitäten vom DAS gegen Oppositionelle der ehemaligen Regierung Uribe finanziert und betreut haben. Dies enthüllte unlängst die Washington Post.

Unter den verschiedenen Sondereinheiten des DAS, welche die USA finanzierte, befände sich die Gruppe zur Analyse von Medien des Terrorismus (GAME), die in Einrichtungen der Gewerkschaften einbrach, um Dokumente mit wichtigen Informationen über die Gewerkschaftsarbeit zu stehlen, informierte die Journalistin Claudia Duque. Die GAME sei im Jahr 2005 gegründet worden. Ein Beamter der US-amerikanischen Botschaft habe sich regelmäßig mit der Gruppe getroffen, um die Entwicklungen ihrer Aktivitäten zu kontrollieren, so die Aussage eines Mitglieds der GAME, Jaime Gabriel Jiménez, gegenüber dem Obersten Gericht.

Die USA habe ebenso die "Gruppe zur internationalen und nationalen Bewachung" (GONI) unterstützt, die bis 2009 die Richter des Obersten Gerichtes ausspioniert hat, so Duque weiter. Der Leiter der GONI, Germán Ospina, gestand im Jahr 2010, dass die Bespitzelung startete, unmittelbar nachdem das Gericht anfing, gegen den Senator und Cousin des damaligen Präsidenten Mario Uribe zu ermitteln. Wie andere verhaftete DAS-Beamte versicherte Colmenares, dass der Befehl direkt aus dem Präsidentenbüro gekommen sei.

"Wir wurden durch die US-amerikanische Botschaft organisiert" sagte William Romero, der das Netzwerk von heimlichen Informanten des DAS leitete und die Infiltration des Obersten Gerichtshofs überwachte. Die Washington Post berichtet, dass Romero wie andere seiner Kollegen von der CIA trainiert wurde. Einige der verurteilten DAS-Beamten hätten ebenso Stipendien für eine Geheimdienstausbildung an nordamerikanischen Universitäten bekommen.

Mehrere US-Diplomaten bekundeten ihre Unwissenheit über mögliche Verwicklungen von US-Sicherheitsagenturen in die Korruptionsaffären des DAS. Sie hielten sie aber nicht für unwahrscheinlich, so die Post. Obwohl die US-Regierung sich Sorgen über bestimmte Aktivitäten des DAS gemacht habe, stünden die Interessen der USA an erster Stelle, sagte ein Diplomat. "Ich bin komplett überzeugt davon, dass unsere Unterstützung richtig war", so der Diplomat weiter.

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