10. Jan 2012 | Argentinien | Politik

Entwarnung für Cristina Fernández

Nachuntersuchung ergibt: kein Krebs bei argentinischer Präsidentin. Kritiker wittern Verschwörung

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Buenos Aires. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat keinen Schilddrüsenkrebs. Das ergab ein medizinisches Gutachten des ihr entnommenen Gewebes. Bei den entfernten Wucherungen handle es sich entgegen der ersten Diagnose vor der Operation um gutartige Geschwulste, sagte ein Sprecher am Samstag. Statt des ursprünglich diagnostizierten papillären Schilddrüsenkarzinoms handele es sich lediglich um ein gutartiges Adenom.

Fernández wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen. Die vorgesehene Nachbehandlung mit radioaktivem Jod wurde nach der neuerlichen Diagnose abgesetzt. Derzeit befindet sich die 58-Jährige in der Präsidentschaftsresidenz in Olivos, wo sie sich nach dem operativen Eingriff theoretisch 20 Tage erholen kann. Momentan leitet Vizepräsident Amado Boudou das Amt übergangsweise. Fernández lies derweil verlauten, dass sie "guter Dinge" sei und die Amtsgeschäfte bald wieder übernehmen werde.

Auch wenn die Freude über das positive Resultat der Nachuntersuchung in der argentinischen Öffentlichkeit überwog, meldeten sich kritische Stimmen zu Wort. Die rechtskonservative Tageszeitung Clarín, die in den vergangenen Jahren zu einem Hauptgegner der Regierung wurde, beklagte in einem Leitartikel das vermeintliche Fehlgutachten der behandelnden Ärzte. Fernández sei unnötig operiert worden. Kritik kam nicht nur von der konservativen Rechten. Gustavo Robles von der Kommunistischen Partei (PCT) witterte gar ein gezieltes Manöver der Fernández-Regierung, um von der Regierungsarbeit abzulenken. Er bezeichnete die Präsidentin als "schamlose Lügnerin".

Um den Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen, veranlasste Fernández die Veröffentlichung des medizinischen Gutachtens, das im Dezember den Krebs diagnostiziert hatte. In einer Presseerklärung heißt es, die Präsidentin habe eine der Fehldiagnosen erhalten, die laut Statistik zwei Prozent der Gutachten ausmachen. Dies bestätigte gegenüber amerika21.de eine deutsche Medizinerin. "Die Punktionen werden mit Feinnadeln durchgeführt, so dass oft einzelne und nicht zusammenhängende Zellen entnommen werden", sagte die Ärztin. Daher sei eine Operation bei einem Anfangsverdacht und nach Ausschluss von Metastasen durch eine Computertomografie nicht unüblich.

Die Tageszeitung Clarín hatte dies in Abrede gestellt und von einer "unnötigen Operation" und "Fehldiagnosen" berichtet.

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