30. Jan 2008 | Südamerika

Unasur soll Subkontinent einen

Südamerikanische Union einen Schritt weiter: Entwurf für Gründungsvertrag auf Treffen in Kolumbien verabschiedet

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Cartagena. Die zwölf südamerikanischen Länder haben sich auf einen Entwurf für den Gründungsvertrag der "Union Südamerikanischer Nationen" (Unasur) geeinigt. Der turnusmäßige Präsident der Union in Gründung, der bolivianische Außenminister David Choquehuanca, gab nach dem Außenminister-Treffen im kolumbianischen Küstenort Cartagena de Indias am vergangenen Sonntag bekannt, dass der Vertrag "so gut wie fertig" sei. Im Sommer solle er von den Staatschefs aller südamerikanischen Länder auf dem Unasur-Gipfel in Bolivien unterzeichnet werden.

Überschattet von der diplomatischen Krise zwischen Venezuela und Kolumbien und Streitigkeiten zwischen anderen Staaten stand die Zusammenkunft unter keinem guten Stern. Doch nach dem Treffen gaben sich die Teilnehmer zufrieden. Kolumbiens Außenminister Fernando Araújo betonte das gute Arbeitsklima, der Integrationswillen sei deutlich zu spüren gewesen. In seiner Eröffnungsrede hatte er bereits den hohen Stellenwert des Projektes hervorgehoben. Unasur sei notwendig und werde zur Schrittweisen Annäherung der Andengemeinschaft (CAN) und dem gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) führen. Der venezolanische Außenminister Nicolás Maduro betonte, dass er trotz der Krise mit Kolumbien im Interesse der Integration nach Cartagena gereist sei.

Das Projekt einer südamerikanischen Staatengemeinschaft wurde bereits Ende 2004 in Angriff genommen. Im April 2007 war das Bündnis dann auf dem südamerikanischen Energiegipfel in Venezuela in Unasur umbenannt worden und die Außenminister mit der Ausarbeitung einer Grundcharta beauftragt worden. Danach verging jedoch viel Zeit bis das Treffen der Außenminister nun zustandekam. Venezuela warf seinem Nachbarn Kolumbien im Vorfeld des Treffens eine Verzögerungstaktik vor, um das Integrationsprojekt zu behindern. Die kolumbianische Regierung habe bereits zweimal ein Unasur-Treffen anberaumt und dann ohne Angabe von Gründen abgesagt, so Venezuelas Präsident Hugo Chávez. "Das ist respektlos gegenüber den anderen Regierungen", ergänzte er. Der nun für spätestens Juni in Bolivien geplante Unasur-Gipfel sollte ursprünglich bereits im Januar in Kolumbien stattfinden.

An dem jetzigen Treffen nahmen die Außenminister von Argentinien, Bolivien, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Chile und Peru teil. Vizeaußenminister schickten den Angaben zufolge Brasilien, Uruguay, Paraguay und Surinam. Nicht anwesend bei dem Treffen war Guyana. Mit Unasur soll bis zum Jahr 2025 eine der Europäischen Union vergleichbare Integration von Südamerika erreicht werden. Geplant sind gemeinsame Währung, Parlament und Reisepässe.


Quellen:

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