Mexiko / Wirtschaft

Kriminalität belastet mexikanische Wirtschaft

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Laut der Studie des Regierungssekretariats Segob wurden vier von zehn mexikanischen Unternehmen "Opfer von kriminellen Delikten", wie Schutzgelderpressung
Laut der Studie des Regierungssekretariats Segob wurden vier von zehn mexikanischen Unternehmen "Opfer von kriminellen Delikten", wie Schutzgelderpressung

Mexiko-Stadt. Vier von zehn mexikanischen Unternehmen sind bereits Opfer von kriminellen Delikten geworden. Das geht aus einer am vergangenen Dienstag von Xiuh Guillermo Tenorio, Direktor der Abteilung Bürgerbeteiligung zur Sozialen Vorbeugung von Gewalt und Verbrechen des Regierungssekretariats Segob, vorgestellten Studie hervor. Die durch Kriminalität bedingte Unsicherheit belaste dabei die Produktivität der Unternehmen und erschwere den Wettbewerb, so Tenorio. Insgesamt hätten mexikanische Unternehmen der Studie zufolge im vergangenen Jahr mehr als 650.000 Euro Schutzgeld zahlen müssen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können.

Tenorio, der am Rande der von der OECD organisierten Konferenz "Ökonomische Perspektiven Lateinamerikas 2014" sprach, bezog sich auch auf eine vom Nationalen Institut für Statistik und Geografie (INEGI) durchgeführte Umfrage: Dieser zufolge seien allein im vergangenen Jahr 78.000 Delikte im direkten Zusammenhang mit Unternehmen, 4.483 Raubüberfälle auf Spediteure sowie 694 weitere Überfälle auf Lastwagenfahrer registriert worden. Der hierdurch entstandene ökonomische Schaden belaufe sich insgesamt auf umgerechnet mehr als 12 Milliarden Euro jährlich - fast 1,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Mexikos. Betroffen seien dabei vor allem der Finanz- und der Tourismussektor.

Tenorio kündigte in seiner Ansprache erste, auf den Ergebnissen der Studie basierende Konsequenzen an: So sollen zuallererst Gespräche zwischen Regierung und Unternehmerverbänden aus 57 ökonomisch wichtigen Regionen, wie Michoacán oder Tamaulipas, initiiert sowie das nationale Präventionsprogramm evaluiert werden. Ziel soll es dabei laut Tenorio sein, eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der Kriminalität in den von Unsicherheit betroffenen Regionen zu entwerfen, "das Vertrauen der betroffenen Ortschaften zurückzugewinnen sowie die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern".

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