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24.02.2017 Kuba / Medien

Vizepräsident Díaz Canel fordert Erneuerung der Medien in Kuba

Havanna. Kubas erster Vizepräsident Miguel Díaz Canel hat sich erneut für die Reformierung der kubanischen Medienlandschaft eingesetzt. Auf dem zweiten Treffen junger Journalisten, das vergangene Woche in Havanna stattfand, sagte der Stellvertreter Raúl Castros, führende Stellen der kubanischen Medien müssten mit jungen Nachwuchskräften besetzt werden. Er forderte die Journalisten dazu auf, "mutiger" zu agieren und neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln.

Bei dem zweitägigen Treffen, das von der journalistischen Berufsvereinigung UPEC im Zentrum für internationalen Journalismus José Martí in Havanna veranstaltet wurde, ging es um die Lage der kubanischen Medienlandschaft und deren aktuelle Herausforderungen. Mehr als 70 junge Journalisten aus allen Provinzen des Landes nahmen teil. Díaz Canel war als Gast anwesend und analysierte auf dem Plenum die aktuellen Probleme der kubanischen Medien.

Auf dem neunten UPEC-Kongress im Jahr 2013 wurde die Einführung eines neuen Pressegesetzes gefordert, das Kubas Journalisten mehr Handlungsspielraum geben soll. Bisher weigern sich viele staatliche Stellen, ausreichend Informationen an die Presse zu geben. Die Delegierten kritisierten schon damals jene als "secretismo" (Geheimniskrämerei) betitelte Praxis. "Es gibt nur zwei Wege die wir gehen können: Entweder wir lösen das Problem zusammen und ein für alle Mal, oder die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft der kubanischen Medien wird einfach verschwinden“, sagte Díaz Canel damals.

Obwohl der politische Wille vorhanden sei, habe sich dieses Gesetz verzögert, "denn die Konkretisierung ist kompliziert und hat verschiedene Ebenen der Diskussion durchlaufen“, erläuterte der Vizepräsident nun gegenüber den Teilnehmern des Treffens. Während das Gesetzesprojekt noch in der Mache sei, müsse man möglichst viele Dinge innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens ändern. Dies geschehe derzeit bereits in einigen Provinzen, so Díaz Canel.

Die Medien müssten ihre eigene Kommunikationsagenda entwickeln und gemeinsam diskutieren, forderte das Politbüromitglied. Dazu gehöre die bessere Nutzung digitaler Räume, auch um "subversiven Strategien" der USA entgegenzuwirken. Junge Journalisten müssten hierfür in führenden Positionen die notwendigen Änderungen bei den Medien mitgestalten. Im Zuge der Digitalisierung des Fernsehbetriebs sollen neue Kanäle mit ansprechenden Programminhalten geschaffen werden.

Bei der Tagung wurde von den Teilnehmern eine 50 Punkte umfassende Liste mit Vorschlägen zur Verbesserung der kubanischen Medien erarbeitet. Darin wird unter anderem bessere Entlohnung, mehr Informationen über den rechtlichen Rahmen, bessere Aus- und Fortbildung, technische Modernisierung und die "Schaffung von mehr Räumen für Debatten über die öffentliche Agenda" gefordert.

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