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Chile und Bolivien wollen gemeinsam gegen Kriminalität vorgehen

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Grenzübergang "Hito Cajón" (Portezuelo del Cajón) von Bolivien nach Chile
Grenzübergang "Hito Cajón" (Portezuelo del Cajón) von Bolivien nach Chile

La Paz. Die bolivianische Polizei wird gemeinsam mit ihren chilenischen Kollegen Maßnahmen gegen die Kriminalität im Grenzgebiet beider Länder koordinieren. Dies gab Boliviens Regierungsminister Carlos Romero bekannt. Es sei ein gemeinsamer Arbeitsplan verabschiedet worden, in dem mit der Polizei des Nachbarlandes untereinander abgestimmte sowie simultane Operationen gegen das transnationale Verbrechen vereinbart wurden.

Beim Treffen des Grenzkommitees im bolivianischen Santa Cruz de la Sierra legten Bolivien und Chile "Kontaktpunkte" zwischen den Polizeieinheiten beider Länder fest, um die Kommunikation und Effizienz im Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu verbessern.

Die Einsatzkräfte beider Länder müssten sich den Herausforderungen des Drogenhandels, Schmuggels, Menschenhandels und Menschenschmuggels, sowie der illegalen Einfuhr von in Chile gestohlenen Autos in bolivianisches Territorium stellen, führte der Minister aus.

Das Verteidigungsministerium Boliviens beschlagnahmte im Jahr 2016 an der chilenischen Grenze geschmuggelte Waren im Wert von 34 Millionen bolivianischen Pesos (rund fünf Millionen US-Dollar). 2017 dagegen seien es allein bis Mai bereits Waren mit einem geschätzten Wert von 24 Millionen bolivianischen Pesos (3,4 Millionen Dollar) gewesen, heißt es einer offiziellen Stellungnahme des Ministeriums.

Des Weiteren sind verstärkte Grenzkontrollen sowie gegebenenfalls die Errichtung neuer Grenzposten vorgesehen. Der Regierungsminister erklärte zudem, dass beim Treffen des Grenzkommitees in Santa Cruz Fortschritte hinsichtlich der Definition von Vorfällen im Grenzgebiet gemacht worden seien. Dies sei für Bolivien von ganz besonderem Wert, da transnationale Straftaten gemeinsam und basiernd auf Gegenseitigkeit angegangen werden sollten, so der Minister. Zudem trage die Erweiterung des Konzepts zu Grenzvorfällen auch zu einer Verbesserung in der Arbeit der Polizeieinheiten beider Nachbarländer bei.

In der Vergangenheit hatten grenzüberschreitende Einsätze von Zoll und Polizei im jeweils anderen Land wiederholt zu Spannungen zwischen den beiden Ländern geführt.

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