"Wo ist Amarildo?" Polizeigewalt in den Favelas von Rio de Janeiro

Berlin: Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage

Nach der Ermordung des Maurers Amarildo Souza durch die Befriedungspolizei UPP in der Favela Rocinha gingen Favela-BewohnerInnen und Mittelstand 2013 erstmals gemeinsam auf die Straße, um gegen die brutale Polizeigewalt zu protestieren. AnwohnerInnenvereine, linke Gruppen und Teile der Zivilgesellschaft mobilisierten mit der Kampagne "Wo ist Amarildo?" die Öffentlichkeit und forderten die Aufklärung des Verbrechens. Der 43-jährige Familienvater war auf der Wache gefoltert und ermordet worden.

Amarildos Geschichte ist kein Einzelfall. Jeden Tag kommen bei Polizeieinsätzen in Brasilien ZivilistInnen ums Leben. Die zahlreichen Opfer sind in der großen Mehrzahl schwarz, jung, männlich und wohnen in der Favela. Das brutale Vorgehen während der Massendemonstrationen vom Sommer 2013 rückte das Problem der exzessiven Polizeigewalt einmal mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Für mögliche Proteste während der anstehenden Fußballweltmeisterschaft ist Schlimmes zu befürchten.

Viele BrasilianerInnen fordern eine Demokratisierung des Polizeiapparates. Er hat sich in Struktur, Ausbildung und Mentalität seit dem Ende der Militärdiktatur kaum verändert.

Können wir in Deutschland über die Gewaltexzesse der brasilianischen Polizei hinwegsehen? Welche Rolle spielen internationale Akteure wie die FIFA? Was muss von ihnen gefordert werden? Wie könnte eine demokratisch strukturierte und funktionierende Polizei aussehen?

Teilnehmende:

  • Jailson de Souza e Silva, Gründer des Observatório de Favelas, Favela Maré (von der Armee besetzt), Brasilien;
  • Maja Liebing, Amnesty International;
  • Heiner Busch, CILIP

Moderation: Lutz Taufer, Weltfriedensdienst

Sprache: Portugiesisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Termindaten
Datum: 29.05.2014, 19:00 - 22:00
Stadt: Berlin
Veranstaltungsart: Informations- und Diskussionsveranstaltung
Veranstaltungsort: Haus der Demokratie und Menschenrechte (Robert-Havemann-Saal), Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin
Veranstalter: Weltfriedensdienst e.V. in Kooperation mit Misereor
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