Das Festival entwickelt sich nicht nur nach und nach zum Lateinamerikanischen Filmfest in Frankfurt am Main, sondern es ist auch eines der wichtigsten Foren dieser Stadt für die Verbreitung und Reflexion über zeitgenössischen lateinamerikanischen Film. In diesem Sinne wird das Festival in 2016 das Thema "Körper und Territorium" in Lateinamerika aufgreifen - parallel zur aktuellen Dynamik in der Welt mit ihren Globalisierungs- und Migrationsprozessen.
Wir möchten einen Dialog über Territorium im weiteren Sinne einleiten: "Territorium" verstanden sowohl als geografisches Gebiet, als auch als biologischer Körper, der wie ein erfühlbares Gebiet betrachtet wird, oder auch als zwischenmenschliche Beziehungen in bestimmten geographischen, sozialen und politischen Räumen. So wollen wir unterschiedliche filmische Sichtweisen der Cineasten zu diesen Themen zeigen, d. h. wie sie Beziehungen im Bezug auf unterschiedlichen territoriale Bewegungen, Migrationen und den Körper als erfühlbares und verwandlungsfähiges Gebiet darstellen und wie lateinamerikanische Regisseure die unterschiedlichen Lebenswege und die Wahl von Genderidentitäten, die verschiedenen Sorten von physischen, sozialen und politischen Gewalt in ihren Ländern und auf der Welt erleben.
Wir leben in einer globalisierten Gesellschaft, und diese Globalisierung ist auch auf dem Gebiet der Filmproduktion spürbar, in der das "Lokale" nur eine von vielen menschlichen Erfahrungen ist. Das Publikum soll mit den Teilnehmern der Días de Cine zwischen dem Lokalen und dem Globalen reisen können, und mit einer vielfältigen Auswahl an Filmen die besagte Beziehung zwischen Körper und Territorium erkunden.
Wie in den letzten Jahren werden wir auch dieses Jahr Filmemacher und Filmemacherinnen einladen, um einen Dialog mit unserem Publikum zu führen. All dies mit dem Bewusstsein, einen Beitrag zur Entwicklung einer gerechteren und integrativen Gesellschaft zu leisten, den wir als Priorität jeglichen künstlerischen Schaffens betrachten und den der globale zeitliche Kontext erfordert.

