Harburg nahm die ersten auf!
"Solidarität macht Mut" lautet der Titel der Fotoausstellung, die bis Anfang Juni in der St. Johanniskirche in Harburg gezeigt wird. Darin sind Fotos aus den 1970er und 1980er Jahren zu sehen. Sie zeigen politische Flüchtlinge aus Chile, die nach dem Putsch des Generals Pinochet gegen die demokratisch gewählte Regierung des Präsidenten Salvador Allende nach Hamburg kamen, und wie ihr Widerstand gegen die Diktatur von Hamburgern unterstützt wurde.
Als am 11. September 1973 die chilenische Regierung durch den Militärputsch gestürzt wurde, wurden tausende von Chilenen ermordet oder "verschwanden". Zehntausende wurden gefoltert und in Konzentrationslager gesteckt. Von diesen wurde ein Teil später von der Militärjunta in andere Länder, darunter die Bundesrepublik Deutschland, abgeschoben. Die ersten chilenischen Flüchtlinge, die nach Hamburg kamen, wurden im alten Krankenhaus in Harburg untergebracht.
Am Freitag, den 4. Mai 2018, findet um 18 Uhr in der St. Johanniskirche die Eröffnungsveranstaltung statt, auf der Zeitzeugen daran erinnern, darunter Manfred Just, Mitgründer der Kinderhilfe Chile in Hamburg, und Harald Muras, ehemaliger SPD-Kreisvorsitzender. Ferner ist César Gonzáles dabei, einer der ersten chilenischen geflüchteten in Harburg, der mit der Musikgruppe Resistencia bei zahlreichen Solidaritätsveranstaltungen in Hamburg den Widerstandswillen gegen die Diktatur in Chile bestärkt hat.

