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02.09.2014 Venezuela / Wirtschaft

Präsident von Venezuela lehnt Freigabe der Wechselkurse ab

Maduro im TV-Interview über die Währungspolitik

Maduro im TV-Interview über die Währungspolitik

Quelle: avn.info.ve

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat sich gegen Forderungen der Opposition ausgesprochen, den Devisenmarkt zu liberalisieren. Er werde sich dem entgegen dafür einsetzen, dass "die Devisen der Republik weiterhin für das Wohlergehen der venezolanischen Bevölkerung und der Nation verwendet werden", so Maduro. In diesem Zusammenhang bekräftigte das linksgerichtete Staatsoberhaupt, dass die Devisenkontrolle beibehalten werden wird. Zugleich kündigte er "Verbesserungen" des Systems fester Wechselkurse an. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Regierung angekündigt die derzeit drei verschiedenen offiziellen Wechselkurse zu vereinheitlichen.

"Wir haben diese Mechanismen zur Devisenkontrolle vor und nach der Ausgabe überarbeitet, auf den aktuellen Stand gebracht und wir sind dabei, sie zu verbessern", wird Maduro von der staatlichen Nachrichtenagentur AVN zitiert. "Solange die Revolution eine Revolution bleibt und die Macht beim Volk liegt, werden die Dollar der Republik unter der Kontrolle des Staates bleiben", sagte der Präsident während der Vereidigung von wirtschaftspolitischen Kommissionen und Arbeitsgruppen der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV).

Harsche Kritik übte der sozialistische Staatschef an der rechtsgerichteten Opposition. Sie gebe vor, das bestehende System fester Wechselkurse abschaffen zu wollen, um die Devisenreserven des Landes zu verteidigen, so Maduro. Tatsächlich gehe es ihnen nur darum, das neoliberale Wirtschaftsmodell in Venezuela wieder zu restaurieren.

Venezuela hat anhaltende Probleme, eine produktive Binnenwirtschaft aufzubauen. Eine Folge ist der Verfall der Nationalwährung Bolívar und eine hohe Inflationsrate. Allerdings ist das Problem nicht neu. Auch unter den Vorgängerregierungen waren hohe Inflationsraten und soziale Probleme zu beklagen. Kritisch wird jedoch auch im Regierungslager der Umstand diskutiert, dass es in eineinhalb Jahrzehnten der "Bolivarischen Revolution" nicht gelungen ist, die strukturellen Probleme zu überwinden.

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10.02.2013 Nachricht von Jan Kühn