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Indigene in Brasilien kämpfen gegen Bau eines Luxusressorts

Eine Anführerin der Trembé-Indigengen, die sich gegen den Bau des Luxusressorts wehren

Eine Anführerin der Trembé-Indigengen, die sich gegen den Bau des Luxusressorts wehren

Brasília. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Ceará und das brasilianische Justizministerium haben eine sofortige Aussetzung der Umweltgenehmigung für die Bauunternehmung Nova Atlântida angeordnet. Das Gebiet im Bezirk Itapipoca an der Westküste des Bundesstaats Ceará, auf dem der Bau des Luxusressorts durch eine spanische Investorengruppe geplant ist, wird von den Tremembé-Indigenen für sich beansprucht.

Für die Staatsanwaltschaft war bei dem Antrag ein früheres Bewertungsverfahren der Bundesindigenenbehörde Funai relevant, in dem der Besitzanspruch der indigenen Gruppe auf die Gebiete bestätigt worden war. Auch das zunehmende Konfliktpotential in den gerichtlich umkämpften Gebieten spielte eine Rolle.

Bei dem schon seit Jahren währenden Konflikt waren am 10. August mehrere Hütten der Tremembé vorsätzlich angezündet worden, ohne dass die Täter identifiziert werden konnten. Um die wiederholten Versuche einer Aneignung ihrer Gebiete durch das spanische Unternehmen zu stoppen, leistet die Gemeinde mit einem Lager auf dem Territorium Widerstand und beklagte sich über eine Abwesenheit der Staatsgewalt.

Obwohl sie durch die Funai anerkannt sind, warten die Dörfer schon seit 2002 auf eine offizielle Demarkation ihrer Gebiete durch die Behörden, die ausschlaggebend ist, um eine Konkretisierung des Bauunternehmens zu verhindern. Gemäß der brasilianischen Verfassung genießen die indigenen Völker das Recht auf eine Demarkation und den Schutz ihrer anerkannten Gebiete.

Vertreter der Gemeinschaften betonen aber, dass ihr Kampf sich nicht nur auf den Schutz ihrer Gebiete oder auf das Überleben der Ethnie der Tremembé beschränke, sondern dass es ihnen um "ein besseres Leben für alle Menschen in einer grüneren Welt frei von Umweltzerstörung" gehe.

Das Projekt Nova Atlântida des spanischen Unternehmens Afirma Housing Group, sieht seit 2008 den Bau eines 3.100 Hektar Komplexes im Bezirk Itapipoca vor. Es besteht aus einem Konsortium von 17 Unternehmen und soll 27 Luxushotels sowie sieben Golfplätze umfassen, deren Wert zusammen auf 15 Milliarden Reais geschätzt wird (entspricht 5,34 Milliarden Euro). Die Region wird von 205 Familien bewohnt, die davon bedroht sind, ihren Boden und ihre altertümliche Kultur zu verlieren, sollte das Projekt nicht aufgehalten werden. Das spanische Unternehmen verhandelt seit 1981 mit Landbesitzern in der Region.

Die Indigenen haben bereits zahlreiche Drohungen erhalten. Schon im Jahr 2005 kam es zu Angriffen der Militärpolizei von Itapipoca auf Tremembés, die gegen die Abholzung von Kokospalmen durch das Unternehmen protestierten. Damals erhielten die Indigenen Unterstützung der Funai und die Militärpolizei musste eine Justizorder ausstellen, mit der dem Unternehmen der Zutritt zu dem Gebiet der Tremembé vewehrt wurde.

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29.11.2014 Nachricht von Mario Schenk