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06.12.2015

Deutsche Medien mit distanzloser Berichterstattung zur Wahl in Venezuela

Die Berichterstattung in verschiedenen deutschen Medien zum Wahltag in Venezuela nimmt zuweilen ausfällige Züge an. So nennt die Süddeutsche Zeitung die gewählte Regierung des südamerikanischen Landes im Titel eine "Mafia-Bande", die sich gegen ihre Abwahl stemme. Im folgenden Inhalt werden, neben distanzloser Parteinahme im venezolanischen Wahlkampf, zwei Geschichten aus den vergangenen Wochen reproduziert, welche internationale Medien und die rechte Opposition verbreitet hatten, die aber belastbar widerlegt wurden: Das "Drogenkartell", das bis in die Präsidentenfamilie reiche und der Tod eines lokalen Oppositionspolitikers als "chavistische Gewalt" im Wahlkampf.

Im Übrigen scheint die Präferenz in den deutschen Medien extrem einseitig verteilt und wird zum Besten gegeben. Die häufigsten Schlagzeilen sprechen vom "Zittern" der Regierung Venezuelas, die allerdings heute nicht zur Wahl steht. Präsident Maduro wird ein "Wille zum Machterhalt – mit welchen Mitteln auch immer" unterstellt. Die hohe Wahlbeteiligung einer demokratisch selbstbewussten Bevölkerung und der bisher ruhige Wahlverlauf scheinen wenig berichtenswert.

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