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Bolivien will US-Militärbasen in Lateinamerika vor den UN-Sicherheitsrat bringen

Sitzungssaal des Sicherheitsrates im UN-Hauptquartier in New York

Sitzungssaal des Sicherheitsrates im UN-Hauptquartier in New York

La Paz. Bolivien wird das Thema der militärischen Stützpunkte der USA in Lateinamerika auf die Tagesordnung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) bringen. Dies erklärte Präsident Evo Morales vergangene Woche. Der plurinationale Staat Bolivien hat jüngst die Wahl zu einem nicht-ständigen Mitglied dieses Gremiums der UN gewonnen und wird ab Januar 2017 für zwei Jahre dort vertreten sein.

Als Begründung gab Morales an, dass mit dem Ende des kolumbianischen Bürgerkrieges der letzte bewaffnete Konflikt in der Region beendet worden sei und es nun keine Begründung mehr für eine US-Militärpräsenz südlich der USA gebe. Neben den Militärbasen wolle Bolivien auch "den Fall der US-Kolonie Puerto Rico sowie die Unterdrückung der Palästinenser" thematisieren.

Zugleich äußerte Morales auch die realistische Erwartung, dass Bolivien als nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates nicht viel erreichen könne. "Mit einer einzigen Stimme werden wir wohl keine Interventionen und Invasionen stoppen können", erklärte das bolivianische Staatsoberhaupt.

Außer Bolivien wurden bei den Abstimmungen in der UN-Vollversammlung in New York auch Schweden, Kasachstan und Äthiopien in das höchste Gremium der Vereinten Nationen gewählt, Italien und die Niederlande kamen auf ein Patt und werden sich den Sitz teilen. Mit diesen Ländern zusammen sind noch bis zum Jahr 2017 Ägypten, Japan, Senegal, Ukraine und Uruguay als nicht-ständige Mitglieder im Sicherheitsrat vertreten. Die fünf ständigen Mitglieder sind China, Frankreich, die Russische Föderation, Großbritannien und die USA.

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