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Ex-Präsidentin von Argentinien eröffnet Studio von kommunalen TV-Sender

Blick über die "Villa 31" vom Dach des Senders Urbana TV in Buenos Aires, Argentinien

Blick über die "Villa 31" vom Dach des Senders Urbana TV in Buenos Aires, Argentinien

Quelle: Elisa Lorenz

Buenos Aires. Argentiniens Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat die Eröffnung eines neuen Sendestudios des kommunalen Fernsehens "Urbana Tevé" begleitet. Das Studio ist nach dem verstorbenen linksgerichteten Staatschef Néstor Kirchner (2003-2007) benannt worden, mit dem die Politikerin verheiratet war. Der offene Kanal sendet seit 2010 aus dem prekären Stadtviertel "Villa 31" in Buenos Aires.

Das Programm des Kanals richtet sich nach den Interessen und Lebensentwürfen der Bewohner, die stark von der schwierigen Wohnsituation geprägt sind. In der informellen Siedlung leben rund 30.000 Menschen auf engstem Raum miteinander, ohne Teilhabe an öffentlichen Dienstleistungen der Stadtverwaltung. Darunter sind viele Einwanderer ohne legalen Aufenthaltsstatus. Der Stadtteil grenzt unmittelbar an den Hauptfernverkehrsbahnhof und liegt unweit der teuersten Wohngegenden von Buenos Aires. Der Name Urbana TV spielt auf den Urbanisierungsprozess an, den die Bewohner seit langem anstreben.

Der Sender war im Zuge des von der Regierung Fernández de Kirchner (2007-2015) erlassenen Mediengesetzes entstanden. Die Norm hatte den landesweiten Kabelfernsehmarkt reguliert. Die Übertragung bzw. der Verkauf von Lizenzen wurde verboten und jeweils ein Drittel der Sendelizenzen für staatliche, private und öffentlich-rechtliche Sender reserviert. Mit der amtierenden Regierung von Mauricio Macri wurde das Mediengesetz per Eildekret außer Kraft gesetzt.

Obwohl Urbana TV laut einer öffentlichen Ausschreibung eine Sendelizenz im offenen digitalen Fernsehen zusteht, wird weiter über eine Frequenz des analogen Rundfunkspektrums gesendet, da der Sendeplatz von Canal 13, einem landesweit ausgestrahlten Kabelfernsehen, belegt ist. Dieser gehört zur übermächtigen Clarín-Gruppe, die von der neuen Regierung keine Beschränkung ihrer Kabelfernsehlizenzen zu erwarten hat.

Urbana TV soll den Bewohnern eine Stimme geben und ihnen ermöglichen, ihre eigene Kommunikationspolitik zu gestalten. So werden etwa die Sitzungen der kommunalen Wohnungskommission übertragen, lokale Dienstleistungen beworben oder über Behördenvorgänge informiert. Das Fördergeld fließt in die Technik aber auch in die Schulung der Gemeinde, um die Anwohner zu befähigen, eigene Fernsehinhalte zu gestalten. Da die Inhalte aus der Villa auch nach sechs Jahren auf Sendung nach wie vor nicht ausreichen, wird das Programm mit Filmen und Dokumentationen ergänzt.

Der Sender finanziert sich durch private Spenden und wird mit Fördergeldern des Wettbewerbsförderungsfonds für audiovisuelle Medien (FOMECA) unterstützt. So auch das neu eröffnete und nach dem Ex-Präsidenten benannte Studio.

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