Venezuela / Wirtschaft

Venezuelas Kryptowährung Petro auf Goldkurs

venezuela_petro_kryptowaehrung_gold_erdoel.jpg

Portal der neuen Kryptowährung Petro aus Venezuela
Portal der neuen Kryptowährung Petro aus Venezuela

Caracas. Die venezolanische Regierung hat nach eigenen Angaben über drei Milliarden US-Dollar aus dem Vorverkauf des Petro eingenommen. Die neue Kryptowährung erweist sich damit anscheinend als Erfolg für das Land. Niemand könne mehr Zweifel daran hegen, dass der Petro eine wirtschaftliche Säule des Landes werde, sagte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

Bei dem im Februar diesen Jahres von der venezolanischen Regierung eingeführten Petro handelt es sich um die weltweit erste Kryptowährung, die vollständig durch natürliche Ressourcen gedeckt ist. Ihr Kurs ist an den Marktwert des venezolanischen Erdöls gekoppelt. Ziel der venezolanischen Regierung ist es, angesichts der hohen Inflation, staatlicher Liquiditätsengpässe und internationalen Sanktionen die finanzielle Souveränität wiederzuerlangen. Während der letzten vier Jahre hätte das Land die schlimmste finanzielle Krise seiner Geschichte erlitten, heißt es auf der offiziellen Regierungsseite zum Petro. Mit der neuen Währung erhofft sich die Regierung auch positive Impulse auf die Wirtschaft insgesamt. Sie will die Währung auch als internes Zahlungsmittel akzeptieren.

Unterdessen scheint sich der Markt für den Petro positiv zu entwickeln. Allein in der ersten Woche der Vorverkäufe hätten die Transaktionen dem venezolanischen Staat über drei Milliarden US-Dollar eingebracht, so Nicolás Maduro. Ein Großteil der bisherigen Käufer seien Privatpersonen gewesen. Sie entstammen 127 verschiedenen Ländern, was laut infocoin.net das verbreitete Vertrauen in die Währung bestätigt. Die Phase der Vorverkäufe soll insgesamt 30 Tage dauern, danach wird die Kryptowährung über die Plattform ethereum abgewickelt.

Kritische Stimmen monieren unterdessen, Venezuela würde mit der Kryptowährung seine Erdölreserven zur Hälfte seines Wertes verkaufen. Laut der venezolanischen Aufsichtsbehörde für Kryptowährung könnte im Rahmen des Vorverkaufs die auf dem Erdölpreis basierende Währung mit einem Preisnachlass von bis zu 60 Prozent erworben werden. Da mit der Währung künftig im Inland bezahlt werden kann, ist sei es wahrscheinlich, dass dadurch spekulative Geschäfte befeuert würden. Auch hätte das venezolanische Staatsunternehmen derzeit gar nicht die Kapazitäten, die Mengen an Erdöl zu fördern, durch welche die Kryptowährung gedeckt ist. Damit verkaufe die venezolanische Krypto-Aufsichtsbehörde derzeit Erdöl der Zukunft zu verbilligten Preisen.

Dessen ungeachtet kündigte die venezolanische Regierung an, neben dem Petro eine weitere Währung zu lancieren. Ist der gewöhnliche Petro derzeit durch das Erdöll gedeckt, so soll es künftig zusätzlich den Petro Oro geben, der auf Venezuelas Goldreserven basiert.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr